Afghanistan: Wahlergebnis anerkennen
publiziert: Samstag, 22. Aug 2009 / 13:38 Uhr / aktualisiert: Samstag, 22. Aug 2009 / 22:19 Uhr

Kabul - In Afghanistan häufen sich nach der Präsidentenwahl die Beschwerden, auch wenn die EU-Beobachter den Wahlverlauf weitgehend positiv bewerten. Die zwei Favoriten Hamid Karsai und Abdullah Abdullah versprachen, das Endergebnis zu akzeptieren.

Trotz festgestellter Unregelmässigkeiten äusserten sich EU-Wahlbeobachter positiv.
Trotz festgestellter Unregelmässigkeiten äusserten sich EU-Wahlbeobachter positiv.
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Der US-Gesandte Richard Holbrooke sagte, Amtsinhaber Karsai und dessen schärfster Rivale Abdullah hätten ihm im Fall einer Niederlage versprochen, ihre Anhänger nicht aufzuhetzen.

Sowohl der Paschtune Karsai als auch der vor allem von Tadschiken unterstützte Abdullah sehen sich auf bestem Weg, schon in der ersten Runde die absolute Mehrheit zu gewinnen und so eine Stichwahl im Oktober zu vermeiden. Die EU-Kommission mahnte die Kontrahenden zu Zurückhaltung.

Wahlbeteiligung lag bei 50 Prozent

Beobachter fürchten, dass eine zweite Wahlrunde zwischen Karsai und Abdullah das Land spalten könnte und dass Unstimmigkeiten über das Ergebnis zu Unruhen führen könnten. Die Ergebnisse werden frühestens in zwei Wochen erwartet. Die Wahlbeteiligung lag bei 40 bis 50 Prozent.

Der Leiter der EU-Beobachter, Philippe Morillon, sagte in einer ersten Stellungnahme, in einigen Landesteilen sei die Wahl wegen des Terrors keineswegs frei gewesen. Was die 120 EU-Beobachter am Wahltag gesehen hätten, sei im allgemeinen aber als «gut und fair» eingeschätzt worden.

Glaubwürdigkeit

Zur Glaubwürdigkeit der Wahl wollte der Franzose sich nicht äussern. Er betonte, es werde dauern, die vielen Beschwerden über den Ablauf auszuwerten.

Die Beschwerdekommission erhielt bereits 100 formale Klagen über Unregelmässigkeiten. Im Süden wurde zwei Wählern von Aufständischen je ein Finger abgeschnitten, der wegen der Teilnahme am Urnengang mit Tinte gekennzeichnet war.

Nach Angaben der Unabhängigen Wahlkommission (IEC) sind am Wahltag elf ihrer Mitarbeiter getötet worden. Sie seien Angriffen durch «Feinden des Friedens» zum Opfer gefallen. Die Kommission teilte weiter mit, trotz der Einschüchterungsversuche der Taliban sei der 20. August 2009 «ein grossartiger Erfolg für die Menschen in Afghanistan» gewesen.

(sl/sda)

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