Ahmadinedschad sorgt erneut für Eklat in New York
publiziert: Donnerstag, 24. Sep 2009 / 06:49 Uhr

New York - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung am Mittwochabend Israel scharf kritisiert. Er bezeichnete die israelische Politik gegenüber den Palästinensern als «unmenschlich» und «rassistisch».

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad: Israel betreibt Sklaverei.
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad: Israel betreibt Sklaverei.
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Mit Blick auf die Lage im Gazastreifen sagte der umstrittene iranische Präsident: «Wie kann es sein (...), dass unterdrückte Männer und Frauen, die Opfer eines Völkermords und strikter wirtschaftlicher Blockade sind, Grundbedürfnisse wie Essen, Wasser und Medikamente verweigert bekommen?»

Ohne Israel ausdrücklich zu nennen, sagte er: «Es ist nicht länger akzeptabel, dass eine kleine Minderheit die Politik, Wirtschaft und Kultur grosser Teile der Welt durch ihre komplizierten Netzwerke beherrscht und eine neue Form der Sklaverei betreibt.»

Westlicher Boykott

Ahamdinedschad beschuldigte in seiner Rede auch die ausländischen Armeen in Irak und Afghanistan, «Krieg, Tötungen, Aggressionen, Terror und Einschüchterung» zu verbreiten. Der Westen gebe vor, Demokratie fördern zu wollen. Tatsächlich aber habe sich die Lage in diesen Ländern seit der militärischen Interventionen noch verschlimmert.

Angesichts der Aussagen des iranischen Präsidenten verliessen laut Diplomatenangaben mehr als zehn westliche Delegationen den Saal. Unter ihnen seien unter anderem die USA, Deutschland, Grossbritannien, Frankreich sowie Argentinien und Australien gewesen. Die meisten Vertreter aus Ländern der dritten Welt blieben im Saal.

Kein Wort zum Atomprogramm

Auch die Schweizer Delegation nahm an dem Boykott nicht teil, «wie andere europäische Staaten», wie Johann Aeschlimann, Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gegenüber der Nachrichtenagentur SDA in New York sagte.

Auf den Streit um das Atomprogramm seines Landes ging Ahmadinedschad mit keinem Wort ein. Er versicherte nur allgemein, Teheran wolle sich «konstruktiv» daran beteiligen, internationale Probleme und Herausforderungen anzugehen. «Wir fühlen uns verpflichtet, an einem dauerhaften Frieden und Sicherheit für die ganze Welt mitzuarbeiten», sagte er.

(tri/sda)

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warum nur etwas mehr als 10 Delegationen?
"antisemitisch" war die Rede also. Mit keinem Wort gehen die heuchlerischen Deutschen und anderen Europäer auf den Inhalt seiner Rede ein. Sollten sie aber.
Denn alle anderen Länder blieben im Saal. Die haben auch Verstand in ihren Köpfen. Den Zustand, den er beschrieben hat, gibt es wirklich, die Menschen in Gaza leiden wirklich. So steuert man mit Sicherheit in die nächste Sackgasse.
Wann hört diese Falschheit und Heuchelei endlich auf.
Eine gerechte Lösung kann und muß gefunden werden.
Wer sich die Rede anhört braucht viel Phantasie um Antisemtismus zu erkennen.
http://www.salem-news.com/articles/september232009/iran_pres_un_9-23-0...
Schweizer Regierung ohne Rückgrat
Wir sind also doch eine Bananenrepublik. Wie kann man dem Sprecher eines derartigen Regimes hofieren? Aber wenn die Vorsteherin des EDA bei diesem Irren im hijab auf den Knien antritt, um Gaslieferungen für die EGL auszuhandeln, so haben ihre Untergebenen keine andere Wahl, als die Schweiz dieser Schmach auszusetzen. Wo ist der Stolz unseres Landes geblieben? Dies hat mit Neutralität nichts mehr zu tun, dies ist reiner Opportunismus aus wirtschaftlichen Gründen und unseres Landes unwürdig. Der Bundesrat macht unser Land zur Lachnummer.
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