«Altersheim» für Drogensüchtige

publiziert: Donnerstag, 5. Okt 2006 / 19:04 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 5. Okt 2006 / 20:52 Uhr

Zürich - In die Jahre gekommene Junkies oder Alkoholiker passen meist nicht in herkömmliche Alters- oder Pflegeheime.

Im Unterschied zu Alters- oder Pflegeheimen ist der Konsum illegaler Drogen erlaubt.
Im Unterschied zu Alters- oder Pflegeheimen ist der Konsum illegaler Drogen erlaubt.
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Das Zürcher Sozialdepartement schafft Abhilfe mit einer speziellen Wohneinrichtung für ältere Menschen mit Suchtproblemen.

Der reglementierte Betrieb in Alters- oder Pflegeheimen könne ältere Suchtabhängige überfordern, sagte Rolf Schuppli von der Abteilung Soziale Einrichtungen und Betriebe des Sozialdepartements vor den Medien.

Ehemaliges Obdachlosenheim

Seit längerem sei man deshalb auf der Suche nach passenden Lösungen für diese Menschen.

Die vorläufige Antwort des Sozialdepartements ist ein umgebautes ehemaliges Obdachlosenheim im Selnau-Quartier.

Im Haus mit 19 Zimmern finden meist ältere Suchtmittelabhängige Platz, die weder in Wohnangebote für jüngere Menschen noch in Alterseinrichtungen passten, wie Schuppli sagte.

«Begleitetes Wohnen»

Dabei handle es sich um eine spezielle Form des «begleiteten Wohnens». Die sozial und gesundheitlich stark Beeinträchtigten wohnen weitgehend eigenständig. Sie finden aber bei Problemen jederzeit eine Ansprechperson und wenn nötig Hilfe und Pflege. Als deutlicher Unterschied zu Alters- oder Pflegeheimen ist der Konsum illegaler Drogen erlaubt.

Für das Zimmer mit Betreuung verrechnet das Sozialdepartement den Bewohnenden oder deren Versicherungen monatlich 2000 Franken. Die Wohneinrichtung «Begleitetes Wohnen City» ist ferner mit dem neuen «Treffpunkt City» kombiniert, einer niederschwelligen Tagesstruktur für Randständige. Neben kleinen Jobs werden dort auch gemeinsame Essen und Ausflüge angeboten.

Bis Ende Jahr dürften alle Zimmer bewohnt sein. Zurzeit seien etwas mehr Männer als Frauen angemeldet. Die jüngste Person is 39-, die älteste 70-jährig. Rund 80 Prozent aller Bewohnerinnen und Bewohner haben eine Suchtkarriere mit illegalen Drogen oder Alkohol hinter sich.

(bert/sda)

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