Amerika steht kurz davor Geschichte zu schreiben
publiziert: Donnerstag, 30. Okt 2008 / 21:35 Uhr

Von Anfang an überschattete eine Frage den gesamten US Wahlkampf: Sind US-Wähler gewillt einen Afro-Amerikaner zum Präsidenten zu wählen?

Der US-Wahl-Countdown läuft.
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Weitaus beunruhigender noch ist das anhaltende Rassenthema, das in Gesprächen von South Carolina bis Central Cairo immer wieder auftaucht: Würden weisse Amerikaner Barack Obama umbringen bevor er die Wahl überhaupt gewinnen kann?

Am Vorabend vom Wahltag am Dienstag werden beide Fragen beantwortet und dies wird beruhigen.

Die meisten Amerikaner betrachten Obamas Kandidatur objektiv. Und sogar mehr als das: die Meisten werden, laut der Umfragen, am Dienstag Obama wählen.

Amerika steht kurz davor Geschichte zu schreiben.

Falls er nicht gewinnen sollte, oder falls nur ein knappes Ergebnis erzielt wird, kann die Rassenfrage einen Einfluss haben, doch wird es nicht der einzige sein.

Ganz normale Politik, die nichts mit der Hautfarbe zu tun hat

In den letzten Wahlkampftagen kritisiert McCain Obamas Steuermodell. Ganz normale Politik, die nichts mit der Hautfarbe zu tun hat.

Zur selben Zeit erklärt die Polizei sie habe das geplante Attentat auf Obama vereitelt, dass zwei junge Skinheads nach einem Trinkgelage anzettelten, das auf genau 88 Afro-Amerikaner abzielte. Amerikanische Neonazis benutzen «88» als Kürzel für «HH» oder «Heil Hitler», da der Buchstabe H an der achten Stelle des Alphabets steht.

Der Plan war raffiniert und ausgefallen. Es begann mit einem bewaffneten Raubüberfall und kulminierte in einem Speed-Autorennen, bei welchem Obama überfahren werden sollte. Beide Angreifer trugen weisse Smokings und Zylinderhüte.

Mit der Festnahme der Skinheads hat die Polizei zum dritten Mal öffentlich bekannt gegeben, dass es Morddrohungen gegen Obama gibt. Warum sollte das dennoch beruhigend sein? Weil in allen drei Fällen, sagt man, Obama nicht im entferntesten in Gefahr gewesen sei – nicht einmal in nächster Nähe. Die zwei Skinheads scheinen viel eher verunsicherte Halbwüchsige zu sein als Attentäter.

Die USA hatte noch nie einen afroamerikanischen Präsidenten

Die USA hatte noch nie einen afroamerikanischen Präsidenten, jedoch wurden vier Präsidenten im Amt getötet und zwei verletzt. Jeder, ob Mann oder Frau, der sich für diesen Job entscheidet ist in Gefahr. Mit etwas Glück und Entschlusskraft könnte jemand noch eine wahre Bedrohung für Obama darstellen und zwar aus Rassenunterschieden. Bisher war davon im Wahlkampf noch nichts zu spüren.

Letztendlich sind die gewalttätigen Extremisten nicht repräsentativ für Amerikas Einstellung gegenüber Obama. Die meisten Wähler scheinen eine sehr differenzierte Meinung zu seiner Kandidatur zu haben. Umfragen zufolge wollen sie Barack Obama zum Präsidenten wählen.

Jonathan Mann - Campaign Trail Column für den 31.10.08
Dieser Text stammt von Jonathan Mann, Moderator und Journalist bei CNN International. Er moderiert das wöchentliche Politmagazin «The Campaign Trail» auf CNN International. Der Text steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung.

(CNN-Kolumne von Jonathan Mann)

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