Amnesty International klagt Missstände bei Asyl-Empfanggstelle an
publiziert: Montag, 25. Aug 2003 / 21:29 Uhr

Kreuzlingen - Amnesty International (AI) hat schwere Vorwürfe gegen die Empfangsstelle in Kreuzlingen erhoben. Es herrsche ein restriktives Klima, Flüchtlinge würden unter Druck gesetzt. Das Bundesamt für Flüchtlinge wies dies zurück.

Äpfel, Brot und Wasser für die harten Fälle. Unten: Modell der Empfangsstelle in Kreuzlingen.
Äpfel, Brot und Wasser für die harten Fälle. Unten: Modell der Empfangsstelle in Kreuzlingen.
Dass Flüchtlinge zur Strafe in ein Glashaus gesetzt würden, sei nur die Spitze des Eisbergs, schreibt Amnesty International in einer Medienmitteilung. Flüchtlinge würden in der Kreuzlinger Empfangsstelle einer erniedrigenden Behandlung ausgesetzt. Es sei sogar schon zu offenen Konflikten zwischen Insassen und Personal gekommen.

Erstbefragungen seien von einem restriktiven Klima geprägt, klagten zahlreiche ehemalige Insassen bei AI. Gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte Denise Graf, Asylkoordinatorin von Amnesty: Flüchtlinge werden unter Druck gesetzt, indem ihnen gesagt wird, sie dürften nur ganz kurze Antworten geben.

Wenn die Flüchtlinge aus Angst gar nichts mehr sagen, werde ihnen ihr Schweigen bei späteren Befragungen negativ ausgelegt, sagte Graf. Dies wirke sich auf den Verlauf des weiteren Asylverfahrens negativ aus.

Das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) wies die Vorwürfe zurück. Sie seien aus der Luft gegriffen. Wir sind sehr erstaunt, dass Amnesty erst jetzt damit kommt, sagt Brigitte Hauser, Sprecherin beim BFF. Es befremde auch, dass AI mit den Anschuldigungen nicht direkt zum Bundesamt gekommen sei, sondern diese via Medien verbreite.

Sie sei selber schon bei einigen Erstbefragungen in Kreuzlingen dabei gewesen. Immer dabei sei auch ein Dolmetscher. Ich glaube nicht an die Vorwürfe, sagt Hauser. AI mache schwerwiegende Anschuldigungen, ohne genauere Anhaltspunkte oder gar Beweise zu liefern, sagt Hauser.

AI fordert eine eingehende unabhängige Untersuchung über die in den letzten Tagen in der Presse aufgeworfenen Vorfälle in Kreuzlingen. Dabei soll abgeklärt werden, auf welche gesetzliche Grundlage sich die Disziplinarmassnahmen stützen. Wissen will AI ausserdem, warum es in andern Empfangsstellen nicht zu solchen Konflikten kommt.

(bsk/sda)

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