Amnesty wirft Bush und Kerry stillen Konsens vor

publiziert: Mittwoch, 27. Okt 2004 / 07:49 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 27. Okt 2004 / 08:07 Uhr

London - Amnesty international (ai) hat sowohl US-Präsident George W. Bush als auch seinem Herausforderer John Kerry vorgeworfen, das Thema Folter im Wahlkampf zu ignorieren.

Amnesty könne beweisen, dass die US-Regierung in den Skandal um die Folterungen von Gefangenen in Irak, in Guantánamo und in Afghanistan verstrickt sei.

Ein neuer Bericht der Menschenrechtsorganisation räume mit der Behauptung auf, dass es sich um Einzelfälle gehandelt habe. Deshalb sollten sich sowohl Bush als auch Kerry dazu verpflichten, im Falle ihrer Wahl gegen diese Folterpraxis vorzugehen, forderte Amnesty.

Unguter Konsens

In ihren Debatten haben die Kandidaten einen unguten stillen Konsens bewiesen, sagte der US-Experte von amnesty in Deutschland, Sumit Bhattacharyya. Beide hätten sich zum Thema Folter gar nicht erst geäussert.

Er forderte von Bush die sofortige Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission. Die bisherigen Untersuchungen seien unzureichend gewesen.

Auffällig ist etwa, dass wir bisher weder etwas über die Rolle und Vorgehensweise des Geheimdienstes CIA erfahren haben noch über die geheimen Transfers von Gefangenen zwischen verschiedenen Ländern, sagte Bhattacharyya weiter.

(fest/sda)

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