Amokläufer wollte so viele wie möglich töten

publiziert: Dienstag, 22. Sep 2009 / 11:44 Uhr

Ansbach - Gegen den 18-jährigen Amokläufer von Ansbach ist der Haftbefehl wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung eröffnet worden. Der Haftbefehl sei dem Schüler im Beisein seines Pflichtverteidigers verlesen worden, teilte der Staatsanwalt mit.

Noch überwachen Polizeibeamte den inzwischen wieder aufgenommenen Schulalltag in Ansbach. (Symbolbild)
Noch überwachen Polizeibeamte den inzwischen wieder aufgenommenen Schulalltag in Ansbach. (Symbolbild)
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Der Beschuldigte habe keine Angaben zu den Vorwürfen gegen sich machen wollen, hiess es in Ansbach. Der Schüler des Ansbacher Carolinums war am vergangenen Donnerstag mit Molotow-Cocktails, einem Beil und Messern bewaffnet in seine Schule eingedrungen.

Die Oberstaatsanwältin Gudrun Lehnberger äusserte gestern gegenüber den Medien: «Sein Ziel war, möglichst viele Schüler und Lehrer zu töten und das Gebäude niederzubrennen. Er wollte nicht mehr Leben.»

Wahllos mit Beil um sich geschlagen

In zwei Klassenräumen zündete er die selbstgebauten Molotow-Cocktails, ausserdem schlug er wahllos mit seinem Beil um sich. Insgesamt verletzte der Junge bei seiner Tat neun Schüler und einen Lehrer zum Teil lebensgefährlich. Der Amokläufer selbst erlitt bei seiner Festnahme durch die Polizei schwere Verletzungen.

Am Carolinum begann derweil wieder der reguläre Unterricht. Der Amoklauf hatte in der nahe Nürnberg gelegenen mittelfränkischen Kleinstadt für breites Entsetzen gesorgt. An der Schule sind weiterhin Psychologen und Seelsorger im Einsatz, die Schülern, Lehrern und Eltern für Gespräche zur Verfügung stehen. Der 18-Jährige hatte nach Auffassung der Staatsanwaltschaft aus Hass und fehlender Anerkennung gehandelt.

(tri/sda)

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