Anschlag auf Soldaten in Nordirland - Sorge um Frieden
publiziert: Sonntag, 8. Mrz 2009 / 08:08 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Mrz 2009 / 20:43 Uhr

Belfast - Zum ersten Mal seit dem Friedensabkommen vor fast elf Jahren sind in der einstigen Krisenregion Nordirland wieder britische Soldaten getötet worden. Unbekannte erschossen am Samstagabend zwei Männer vor einer Kaserne nördlich von Belfast. Eine Abspaltung der IRA bekannte sich zum Anschlag.

Zwei Soldaten wurden getötet und zwei Zivilisten verletzt. (Archivbild)
Zwei Soldaten wurden getötet und zwei Zivilisten verletzt. (Archivbild)
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Beim Anschlag wurden zudem vier Menschen verletzt, einer davon schwebt noch in Lebensgefahr.

Nach Angaben der Polizei eröffneten die Täter das Feuer, als die Männer eine Pizza von einem Lieferdienst entgegen nehmen wollten. Unter den Verletzten sind auch zwei Zivilisten des Pizza-Lieferdienstes.

Feiger Anschlag

Mit dem Anschlag wächst in Nordirland die Sorge um den Friedensprozess. Eine Abspaltung der katholischen Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) hat sich einem Fernsehbericht der britischen BBC zufolge zu dem Anschlag bekannt.

Die Regierungen in Nordirland, Irland und Grossbritannien sowie das EU-Parlament verurteilten den Angriff schärfstens. Der britische Premierminister Gordon Brown nannte den Anschlag «feige» und mahnte zum Erhalt des Friedens.

Der Chef der katholischen Sinn-Fein-Partei, Gerry Adams, sprach von einer «ungerechtfertigten und kontraproduktiven Attacke» auf den Friedensprozess. Seine Partei werde die Suche nach den Verantwortlichen voll unterstützen.

Im Norden der Republik Irland tobten zwischen Ende der 1960er und Ende der 1990er Jahre blutige Kämpfe zwischen pro-britischen Protestanten und republikanischen Katholiken, die für eine Abspaltung von der britischen Krone und für eine Vereinigung mit Irland eintraten.

Seit den 1960er Jahren fielen mehr als 3500 Menschen dem Terror von Gruppen wie der IRA zum Opfer.

(sl/sda)

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