Erziehungsarbeit

Anti-soziales Verhalten liegt in den Genen

publiziert: Mittwoch, 6. Nov 2013 / 07:15 Uhr
Erziehungsarbeit der Eltern für Kinder besonders wichtig. (Symbolbild)
Erziehungsarbeit der Eltern für Kinder besonders wichtig. (Symbolbild)

Michigan/Wien - Gene, Erfahrungen und das Gehirn arbeiten zusammen, wenn es um das Entstehen von anti-sozialem Verhalten geht, hat Luke Hyde, Wissenschaftler an der University of Michigan, herausgefunden. Forschung im Bereich der Neurogenetik hat gezeigt, dass das limbische System, das für Angst und instinktive Handlungen zuständig ist, von den Genen beeinflusst wird.

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Auch das soziale Umfeld eines Kindes hat einen grossen Einfluss auf seine Entwicklung. «Anti-soziales Verhalten könnte auch eine genetische Prädisposition haben, aber die Umwelt ist sehr modellierend», ist Sandra Velásquez, klinische und Gesundheitspsychologin, gegenüber pressetext.

«Zu anti-sozialem Verhalten kann es dann kommen, wenn die Eltern ablehnend, grob oder inkonsequent sind und das Kind sich nicht auf sie verlassen kann. Fast alles, was ein Kind nicht kann, kann es nicht, weil es das von den Erwachsenen nicht gelernt hat», führt Velásquez aus. Jede Erfahrung, die ein Kind mache, schreibe sich auch als eine neurologische Erfahrung Gehirn fest.

«Wenn die Eltern inkonsequent sind, hat das Kind es sehr schwer, Selbstkontrolle zu erlernen», unterstreicht Velásquez. «Ein Kind muss Grenzen und Selbstregulation erfahren, es muss lernen, mit den Konsequenzen seines Verhaltens zu leben.» Wenn es diese Erfahrungen nicht sammeln kann, lernt es auch nicht, mit seinen Aggressionen umzugehen.

Verhalten rechtzeitig korrigieren

Wenn Kinder keinen Rückhalt von Familie, Freunden, Nachbarn oder keine professionelle Hilfe bekommen, wirkt die Genetik stärker. Eltern können aber rechtzeitig gegensteuern, verrät Hyde. Bereits ab einem Alter von drei Jahren zeigen sich Vorboten des anti-sozialen Verhaltens, wie Gewalt, Aggression oder Sachbeschädigung. Wie man anti-soziales Verhalten rechtzeitig einbremsen kann, erläutert Velásquez: «Man sollte Aufmerksamkeit darauf legen, was das Kind gut macht und ihm nicht nur bei negativen Handlungen Aufmerksamkeit schenken.»

Dass die Neurogenetik bei der Erforschung von anti-sozialem Verhalten schon bei sehr jungen Menschen ansetzt, erweist sich als Vorteil. Denn wer nicht rechtzeitig etwas gegen das anti-soziale Verhalten seines Kindes tut, muss mit Folgen rechnen: «Wenn anti-soziales Verhalten nicht reguliert wird, kann es im späteren Leben zu destruktivem Verhalten gegenüber sich selbst oder gegenüber anderen kommen», so Velásquez.

 

 

(tafi/pte)

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