Arabische Partner der USA im Visier der Terroristen

publiziert: Freitag, 11. Nov 2005 / 22:00 Uhr / aktualisiert: Freitag, 11. Nov 2005 / 22:16 Uhr

Amman/Kairo - Die Jordanier sind fassungslos. Ein Anschlag auf die Wachen der israelischen Botschaft hätte niemanden überrascht. Auch Angriffe auf westliche Touristen gehörten zu den Gefahren, die der jordanische Geheimdienst vorhersehen konnte.

In Amman ist das Unverständnis nach den Anschlägen gross.
In Amman ist das Unverständnis nach den Anschlägen gross.
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Doch warum sich jemand bei einer jordanischen Hochzeitsfeier in die Luft sprengt, versteht selbst unter den Radikalen niemand. Die jordanische Muslimbruderschaft spricht von einem «kriminellen Terrorakt», und sogar die radikale Palästinenser-Organisation Islamischer Dschihad verurteilt die Tat.

Nur wenige Stunden nach den drei Anschlägen zeigt die jordanische Führung schon mit dem Finger über die Grenze in den Irak, wo ihr Landsmann Abu Mussab al-Sarkawi Angst und Schrecken verbreitet. Und tatsächlich taucht kurz darauf ein Bekennerschreiben der Gruppe zu der Bombenserie in Amman auf.

Al-Sarkawi, der in Jordanien einst im Gefängnis sass, hat zwar mit der Haschemiten-Monarchie noch eine offene Rechnung. Doch ist fraglich, ob sein Arm bis auf die ägyptische Sinai-Halbinsel reicht, wo Selbstmordattentäter im vergangenen Juli nach dem gleichen Muster ein Touristenzentrum angegriffen hatten.

Genug Ziele in Irak

Der ägyptische Terrorismusexperte Dia Raschwan ist überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen den beiden Anschlagserien gibt, aber die Sarkawi-Terroristen aus dem Irak nicht die Täter sind.

«Es ist undenkbar, dass Al-Sarkawi den Irak verlässt, wo es im Irak doch Tausende von amerikanischen und britischen Soldaten sowie irakische Polizisten gibt, die für ihn Anschlagziele darstellen», meint er.

Andere Beobachter sehen den Terror von Amman in einem grösseren Zusammenhang. Sie glauben, dass die Extremisten nach Anschlägen in Saudi-Arabien und Ägypten nun in Jordanien zugeschlagen haben, weil König Abdullah II. enge Beziehungen zu den USA unterhält.

Tatsächlich gibt es in allen drei Staaten einen scharfen Kontrast zwischen dem offiziellen Kurs zu Washingtons Politik und der Meinung eines grossen Teiles der Bevölkerung, der überzeugt ist, dass sich US-Präsident George W. Bush die Unterwerfung der Araber und Muslime zum Ziel gesetzt habe.

(bert/sda)

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