Versorgungsflug

Ariane-Rakete zur Raumstation ISS gestartet

publiziert: Mittwoch, 30. Jul 2014 / 05:49 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 30. Jul 2014 / 14:28 Uhr
Ariane 5 beim Start in Französisch Guyana
Ariane 5 beim Start in Französisch Guyana

Paris - Vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ist eine europäische Trägerrakete zu einem Versorgungsflug zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Sie bringt auch eine in der Schweiz gebaute Kamera ins All, die das Verglühen des Raumfrachters filmen soll.

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Die Ariane-5-Rakete soll den Raumtransporter ATV-5 «Georges Lemaître» ins All bringen, der unter anderem drei Tonnen Treibstoff für die ISS, 850 Liter Trinkwasser und 2,6 Tonnen Lebensmittel transportiert. Die Gesellschaft Arianespace übertrug Aufnahmen vom Start, der um 01.47 Uhr (MESZ) erfolgte.

Zum wissenschaftlichen Teil der Ladung des letzten ATV (Automated Transfer Vehicle) gehört eine Kamera, die vom Unternehmen RUAG Space in Zürich gebaut wurde. Sie soll die letzten Momente des Raumfrachters filmen, wenn dieser nach vollbrachtem Einsatz in die Erdatmosphäre eintritt und verglüht, wie die Firma mitteilte.

Das automatische Andockmanöver des ATV-5 an die ISS ist für den 12. August geplant. Der Raumtransporter ist zehn Meter lang, hat einen Durchmesser von 4,5 Metern und wiegt 20 Tonnen. Er enthält auch Ersatzteile und eine Pumpe zum Recycling von Wasser. Wenn der Raumtransporter wieder von der ISS abdockt, soll er Müll mitnehmen und zusammen mit diesem beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen.

Feuriges Ende filmen

Die Schweizer Infrarotkamera soll dokumentieren, wie sich die innere Struktur des ATVs erhitzt, bevor es aufgrund der Reibungshitze und des Luftwiderstands auseinanderbricht und verglüht. Die Kamera übermittelt ihre Aufnahmen an eine Kommunikationseinheit, die von einer kugelförmigen Ummantelung aus Keramik vor der grossen Hitze geschützt wird.

Bevor die Keramikkugel ins Meer fällt, sendet sie die Videoaufnahmen über Kommunikationssatelliten zur Erde. Die Auswertung übernimmt die RUAG Space in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich.

Die Videoaufnahmen sollen Aufschluss darüber geben, was beim Auseinanderbrechen eines grossen Raumfahrzeugs genau geschieht. Dieses Wissen wird dabei helfen, auch grosse Satelliten und Raumfahrzeuge so zu bauen, dass sie am Ende ihrer Lebensdauer beim Wiedereintritt in die Atmosphäre vollständig verglühen.

Die RUAG hat ausserdem auch die zentrale Grundstruktur des ATVs gebaut, die besonders leicht sein musste. Von der Firmal APCO in Aigle VD stammen Schutzplatten gegen Einschläge von Mikrometeoriten und Weltraumschrott. Die Firma Syderal in Gals BE steuert elektronische Komponenten zur Temperaturregelung bei, die Basler Firma Clemessy weitere Elektronikbauteile.

(jz/sda)

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