Asiens Wirtschaft im Sars-Schock: Milliardenverluste erwartet
publiziert: Mittwoch, 23. Apr 2003 / 15:32 Uhr

Singapur/Peking/Tokio - Leere Einkaufszentren, verwaiste Restaurants und Hotels, zehntausende Menschen in Angst um den Job: Während die Zahl der Opfer und Erkrankungen durch die Lungenseuche Sars in Asien steigt, werden auch die Folgen für die Wirtschaft immer deutlicher.

Gähnende Leere: Im Pekinger TGI Fridays muss man normalerweise um Wochen im voraus buchen.
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Analysten und Regierungen schrauben ihre Wachstumsprognosen teils drastisch zurück, weil immer weniger Menschen einkaufen oder reisen.

Nach Berechnungen des renommierten Magazins "Far Eastern Economic Review" (Hongkong) kostet die Sars-Krise Asiens Wirtschaft mindestens 10,6 Mrd. Dollar. "Und die Summe steigt weiter", schreibt das Blatt.

"Es ist furchtbar", sagte die Besitzerin eines grossen Pekinger Restaurants, in dem sonst ohne Reservierung keine Tische zu bekommen sind. "Seit einer Woche kommt kaum noch jemand."

Aber auch Einkaufszentren und Märkte in der chinesischen Hauptstadt sind wie ausgestorben. Die Menschen trauen sich nicht mehr zum Einkaufen vor die Tür, die Ausgaben der Konsumenten gehen erkennbar zurück.

Massiver Wachstumsrückgang

Experten rechnen bereits jetzt mit einem Rückgang des Wachstums in China in diesem Jahr von 7,6 auf 7,3 Prozent. Das könnte noch weniger werden, wenn sich die Krankheit wie jetzt erwartet weiter ausbreitet.

Sollten auch Fabriken geschlossen werden oder ausländische Investitionen zurückgehen, wären die Auswirkungen noch grösser.

Besonders schlimm hat es Singapur erwischt. Ohnehin schon von der müden Weltkonjunktur gebeutelt, korrigierte die Regierung des Stadtstaats jetzt ihre Wachstumserwartung für 2003 von 2,0 bis 5,0 Prozent auf 0,5 bis 2,5 Prozent drastisch nach unten. Auch dort langweilen sich Verkäufer in den zahlreichen Einkaufspassagen.

Tourismusbranche leidet

Selbst asiatische Länder, die kaum von Sars betroffen sind, müssen leiden. In Malaysia, wo der Tourismus rund 7 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beisteuert, bleiben die Feriengäste aus. Im Schnitt ist nur jedes dritte Hotelbett belegt. Schon drohen Entlassungen im Gastronomiegewerbe auf breiter Front.

Auch in der japanischen Wirtschaft wächst die Sorge über die Folgen von SARS für die heimischen Unternehmen und die ohnehin schwache Konjunktur. Bisher ist Japan von Sars verschont geblieben.

Nach offiziellen Angaben gibt es noch keinen bestätigten Fall. Im Land gibt es Befürchtungen, dass die für die Gesamtwirtschaft wichtigen Exporte beeinträchtigt werden könnten.

(bsk/sda)

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