Astronaut im Swatch-Verwaltungsrat

publiziert: Mittwoch, 18. Mai 2005 / 16:25 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 18. Mai 2005 / 17:11 Uhr

Biel - Die Generalversammlung hat den Waadtländer Astronaut Claude Nicollier in das Aufsichtsgremium von Swatch gewählt.

Die Anlagestiftung Ethos hatte die Nomination des Astronauten Anfang Mai scharf kritisiert.
Die Anlagestiftung Ethos hatte die Nomination des Astronauten Anfang Mai scharf kritisiert.
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Biographie
Biographie des Schweizer Astronauten Claude Nicollier auf Wikipedia.org.
de.wikipedia.org/wiki/Claude_Nicollier

Der Swatch-Verwaltungsrat zählt nun acht statt sieben Mitglieder.

"Wo sind die Leute von Ethos? Schade, ich habe eine lange Rede vorbereitet", sagte Swatch-Verwaltungsratspräsident Nicolas Hayek. Die Anlagestiftung Ethos hatte die Nomination des Astronauten Anfang Mai scharf kritisiert.

Nicollier habe keine Erfahrung in der Führung eines Grossunternehmens und sei kein Fachmann für Finanzfragen, hatte die Wirtschaftszeitung "Cash" Ethos-Direktor Dominique Biedermann zitiert.

Es sei eine ungewöhnliche Wahl, sagte Claude Nicollier vor den Aktionären. Aber Hayek sei schliesslich nicht für konventionelle Entscheide bekannt. Der Astronaut glaubt, seine technologischen Erfahrungen in den Uhrenkonzern einbringen zu können.

"Super-Schweizer"

Nicollier sei ein "Super-Schweizer", der auch für andere Unternehmen eine Delikatesse gewesen wäre, sagte Nicolas Hayek. Aber wir bevorzugen ihn bei uns zu haben. Hayek betonte mit Blick auf die Wichtigkeit der Elektronik für die Gruppe, das Interesse einen solchen Spezialisten in diesem Sektor zu haben.

Solange Nicollier Astronaut bei der Europäischen Weltraumagentur (ESA) und der US-Weltraumagentur NASA ist, erhält er kein Verwaltungsratshonorar. Damit wollen die Arbeitgeber einen Interessenskonflikt vermeiden.

Der 60-Jährige hatte Physik an der Universität Lausanne und Astrophysik an der Universität Genf studiert. Am 31. Juli 1992 flog Nicollier mit der Raumfähre Atlantis als erster Schweizer und Europäer ins All. 1993, 1996 und 1999 folgten weitere Missionen mit drei verschiedenen Raumfähren.

(bert/sda)

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