Unbegleitet und minderjährig

Asylsuchende Jugendliche fordern Verbesserungen

publiziert: Montag, 3. Nov 2014 / 12:51 Uhr / aktualisiert: Montag, 3. Nov 2014 / 13:10 Uhr
Die Ausbildungsmöglichkeiten hängen stark von den kantonalen Regeln ab. (Symbolbild)
Die Ausbildungsmöglichkeiten hängen stark von den kantonalen Regeln ab. (Symbolbild)

Bern - Jedes Jahr stellen mehrere hundert Jugendliche, die ohne Begleitung in die Schweiz gekommen sind, ein Asylgesuch. Eine Gruppe von ihnen hat nun eine Charta mit Anliegen verfasst. Die Jugendlichen fordern unter anderem Verbesserungen bei der Wohnsituation.

9 Meldungen im Zusammenhang
Während einige unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) in einem eigenen Heim wohnten, müssten sich andere ein Zimmer mit Erwachsenen teilen, heisst es in der Charta, die am Montag in Bern vorgestellt wurde. Die UMA sollten aber in jedem Fall mit anderen Jugendlichen zusammen wohnen können.

Ein weiteres Anliegen der geflüchteten Jugendlichen betrifft die Ausbildung: Die Ausbildungsmöglichkeiten hingen stark von den kantonalen Regeln ab. «Wir möchten so schnell wie möglich in die öffentliche Schule gehen», heisst es in der Charta.

Im vergangenen Jahr ersuchten 339 unbegleitete Minderjährige um Asyl in der Schweiz. Im laufenden Jahr waren es bis Ende Oktober bereits mehr als 700, wie das Bundesamt für Migration (BFM) auf Anfrage mitteilte.

Besonderer Schutz

«Ihr habt das Recht, Ernst genommen zu werden», sagte Andreas Tschöpe, Geschäftsleiter der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), am Montag. Letztere hat die Charta zusammen mit einer Gruppe von 30 unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden ausgearbeitet.

Susin Park, Leiterin des Schweizer Büros des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, verwies auf die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Diese hält fest, dass minderjährigen Asylsuchenden ein besonderer Schutz zu gewähren ist.

Die Hälfte der rund 50 Millionen Menschen, die sich Ende 2013 auf der Flucht befunden hätten, seien Kinder, sagte Park. «Jeden Tag werden irgendwo auf der Welt Kinder zu Flüchtlingen.» Die in der Charta enthaltenen Wünsche seien nicht «extraordinär» - es lohne sich, diese zu prüfen.

Übergabe ans BFM

Zu diesen Wünschen zählt die Begleitung durch einen Beistand. Dieser Beistand sollen gemäss der Charta zwingend an den Befragungen des BFM teilnehmen. Heute würden die Minderjährigen im Asylprozess manchmal von einem Beistand, manchmal aber auch nur von einer Vertrauensperson begleitet.

Zudem fordern die Jugendlichen das BFM dazu auf, die Asylgesuche schneller zu bearbeiten, damit es ihnen theoretisch möglich sei, eine Lehre zu absolvieren. «Jeder und jede hat das Recht, sich eine Zukunft zu bauen», heisst es im Schlusswort.

Die minderjährigen Asylsuchenden übergaben die Charta am Montag dem Bundesamt für Migration. Man werde das Papier nun zusammen mit den kantonalen Behörden und weiteren Akteuren eingehend studieren, hiess es beim BFM auf Anfrage. Die Jugendlichen würden im kommenden Jahr zudem zu einem Austausch eingeladen.

(bert/sda)

xxxFORUMHINWEISxxx
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Angesichts der Flüchtlingsströme in Europa hat der Bund die Kantone ... mehr lesen
Unbegleitete Teenager seien viel schwieriger einzuschulen als Kinder in Flüchtlingsfamilien. (Symbolbild)
Die Schweiz soll die letzten Vorbehalte in der Umsetzung der Kinderrechtskonvention aufheben.
Genf - Der UNO-Ausschuss für die ... mehr lesen
Bern - Von den 53 Millionen Menschen, die 2014 weltweit auf der Flucht sind, gelten ... mehr lesen
Die EKM schlägt ein neues Schutzkonzept für vor.
Berlin - Der deutsche Bundestag hat die rechtliche Stellung von ... mehr lesen
Künftig sollen Asylbewerber nach drei Monaten vorrangig mit Geld- statt mit Sachleistungen unterstützt werden.
Weitere Artikel im Zusammenhang
24,8 Prozent der Asylgesuche wurden positiv entschieden.
Bern - In der Schweiz sind im ... mehr lesen
Genf - In spätestens zehn Jahren ... mehr lesen
«Staatenlosigkeit beenden» - so lautet das Ziel. (Symbolbild)
Asylsuchende müssen oft lange warten.
Bern - Seit Jahren versucht der Bund, Asylverfahren zu beschleunigen. Doch gerade diejenigen Asylsuchenden, die eine echte Chance auf Anerkennung des Flüchtlingsstatus haben, müssten häufig ... mehr lesen
Bern - Wer während vieler Jahre als ... mehr lesen
Zwei Kinder mit der Schweizer Fahne: Die Hürden zur Einbürgerung sind hoch.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 
Wie Menschen altern, hängt von Gesundheitszustand und Umgebung ab.
Wie Menschen altern, hängt von Gesundheitszustand ...
Publinews Für viele ältere Menschen gibt es keine schlimmere Vorstellung, als den Lebensabend in einer Einrichtung zu verbringen. Wer keine Verwandtschaft hat, kommt hier oft nicht herum. Anders sieht es aus, wenn Angehörige die Pflege übernehmen können und dazu auch bereit sind. Aber ist das die einzige Option? Was noch möglich ist, hängt vom Gesundheitszustand ab und teilweise auch vom Geld. mehr lesen  
Publinews Mit dem demographischen Wandel nehmen die Anforderungen an das Wohnen in unserer Gesellschaft zu. Viele ältere Menschen ... mehr lesen  
Der Austausch zwischen den Generationen hat nachweislich positive Auswirkungen auf das körperliche und seelische Wohlbefinden.
Die häusliche Betreuung und Pflege bietet Senioren die Möglichkeit, selbstbestimmt in vertrauter Umgebung zu leben, während Angehörige entlastet werden.
Publinews Die Betreuung und Pflege im eigenen Zuhause ist eine beliebte Option für Senioren und ihre Angehörigen. Diese Form der Pflege ... mehr lesen  
Publinews Angesichts der stetig steigenden Immobilienpreise und der sinkenden Wohneigentumsquote in ... mehr lesen  
Besonders vielversprechend sind Wohnprojekte, bei denen gemeinnütziges Wohneigentum mit Mietwohnungen kombiniert wird.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 18°C 24°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Basel 18°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
St. Gallen 17°C 22°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
Bern 18°C 24°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Luzern 19°C 24°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Genf 19°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Lugano 22°C 30°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten