Atomwaffe gezündet

publiziert: Montag, 9. Okt 2006 / 06:56 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 10. Okt 2006 / 07:46 Uhr

Seoul - Nordkorea hat zum ersten Mal eine Atomwaffe getestet und damit die internationale Gemeinschaft brüskiert. Vetomächte und Nachbarländer riefen den UNO-Sicherheitsrat zum Handeln auf.

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Die USA erinnerten nach dem «provokativen Akt» daran, dass sie dem Schutz ihrer Verbündeten in der Region verpflichtet seien.

Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun sprach von einer «ernsthaften Bedrohung des Friedens».

Japans Premier Shinzo Abe bezeichnete den Test bei einem Besuch in Seoul als «unverzeihlich».

Er kündigte eine Aufrüstung seines Landes an: Japan werde in Zusammenarbeit mit den USA sein Raketenabwehrsystem ausbauen.

Gespräche fortsetzen

Das chinesische und das russische Aussenministerium riefen Nordkorea auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: Die Sechsergespräche mit den USA, China, Russland, Japan und Südkorea müssten fortgesetzt werden.

Auch die EU übte scharfe Kritik. Der finnische Ratsvorsitz erklärte, die Union werde mit der internationalen Gemeinschaft zusammen an einer «entscheidenden Antwort auf diesen provokativen Akt» arbeiten.

Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KNCA hatte zuvor den «erfolgreichen» Verlauf des ersten Atomwaffen-Tests vermeldet.

«Der Versuch wurde mit 100 Prozent unserer Weisheit und Technologie ausgeführt», berichtete KCNA. Das «historisches Ereignis» werde zum Frieden auf der koreanischen Halbinsel beitragen.

Test indirekt bestätigt

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurde die Atomwaffe in der nordöstlichen Provinz Hamgyong um 10.35 Uhr (Ortszeit; 03.35 Uhr MESZ) gezündet.

Die UNO-Behörde zur Überwachung des internationalen Atomteststopp-Abkommens (CTBTO) bestätigte den Test indirekt.

Gemäss südkoreanischen Experten war er von vergleichsweise geringem Ausmass. Die Explosion habe einer Sprengkraft von 550 Tonnen des herkömmlichen Sprengstoffes TNT entsprochen.

«Mehr ein Zischen als ein Knall»

Die von den USA auf Hiroschima abgeworfene Atombombe hatte eine Sprengkraft von 12 500 Tonnen TNT, bei der Nagasaki-Bombe waren es 22 000 Tonnen.

Laut dem US-Sender Fox News gehen Experten des US-Geheimdienstes davon aus, dass der Test für Nordkorea enttäuschend verlaufen sei.

Es habe sich mehr um ein «Zischen als um einen Knall» gehandelt.

(rr/sda)

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