Auch Ständerat unterstützt EM-Kandidatur Österreich-Schweiz 2008

publiziert: Montag, 16. Sep 2002 / 22:09 Uhr

Bern - Das Parlament steht hinter der Kandidatur der Schweiz und Österreichs für die Fussball-EM 2008. Einstimmig hat der Ständerat die Beteiligung des Bundes an der Grossveranstaltung gutgeheissen. Der Nationalrat tat dies im Juni mit grossem Mehr.

Falls die beiden Alpenländer im Dezember den Zuschlag erhalten, beteiligt sich der Bund mit 3,5 Millionen Franken. Eine Million ist für bauliche Massnahmen in den Bereichen Medien und Sicherheit der vier neuen Stadien Basel, Bern, Genf und Zürich vorgesehen. Zwei Millionen entfallen auf Gratis-Leistungen der Armee.

500 000 Franken werden eingesetzt für eine Kampagne zur Gesundheitsprävention und zur sozialen Integration durch Sport während der EM. Das Bundesengagement ist an die Bedingung geknüpft, dass sich die Kantone mit mindestens einem doppelt so hohen Beitrag beteiligen.

Der Präsident der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK), Peter Bieri (CVP/ZG), bezeichnete die Chancen der schweizerisch-österreichischen Kandidatur als durchaus intakt. Der Staat werde aus dem 120 Millionen kostenden und prestigeträchtigen Grossanlass via Mehrwertsteuer rund 10 Millionen einnehmen können.

"Als einziger Ständerat im FC Nationalrat" betonte This Jenny (SVP/GR) den hohen Stellenwert von Fussball in der Schweiz. In unzähligen Fussballklubs würden hundertausende Jugendliche aus allen sozialen Schichten gefördert und ausgebildet, was einen wertvollen Beitrag an die soziale Entwicklung darstelle.

Sportminister Samuel Schmid sagte, die Schweiz habe seit den Fünfziger Jahren keine grossen internationalen Sportveranstaltungen durchgeführt. Nach einem halben Jahrhundert des Wartens sei hierfür die Zeit reif geworden.

Nichts wissen wollte der Ständerat vom Überraschungscoup, den den Nationalrat im Juni mit 65 zu 61 Stimmen gelandet hatte: Mit 26 zu 14 Stimmen lehnte er es ab, für die Stadien Bern und Genf mit einer Holzenergie- und einer Solarstromanlage einen Beitrag von 6 Millionen und eine Defizitgarantie von 4 Millionen zu sprechen.

(bert/sda)

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