Audi auch mit Dieselmotor Favorit in Le Mans

publiziert: Freitag, 16. Jun 2006 / 14:17 Uhr

Je zwei Audi- und Pescarolo-Teams machen am Wochenende den Sieg im 24-Stundenrennen in Le Mans (Fr) wahrscheinlich unter sich aus.

Henri Pescarolo gehört mit seinen beiden Teams zu den Favoriten des Rennens.
Henri Pescarolo gehört mit seinen beiden Teams zu den Favoriten des Rennens.
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Marcel Fässler, Harold Primat und Philipp Peter möchten sich im «Swiss Spirit»-Courage-LC70-Judd als valable Aussenseiter in Szene setzen.

«In erster Linie wollen wird die 24 Stunden ohne grösseren Defekt überstehen», umreisst der Schwyzer Marcel Fässler (30) das Ziel des Schweizer Teams. «Wenn dies gelingt, müssten wir uns unter den ersten Fünf platzieren können», ergänzt der in Wien geborene, seit 30 Jahren im Tessin lebende Doppelbürger Philippe Peter (37). Auch der Initiant des Projekts, der aus Frankreich stammende Genfer Harold Primat (30), besitzt zwei Pässe.

Im Brennpunkt des Interesses steht ein Turbo-Dieselmotor. Der eigens für Le Mans gebaute Audi R10 TDI scheint in der Lage zu sein, auf Anhieb an die Erfolge seines Vorgängers R8 -- fünf Siege seit 2000 -- anknüpfen zu können. Das 6-Liter-V12-Aggregat leistet wie der 5-Liter-V10-Judd bei Pescarolo und Swiss Spirit rund 650 PS bei 8500 U/min.

Geringerer Treibstoffverbrauch

Sein möglicherweise entscheidender Vorteil ist jedoch der geringere Treibstoffverbrauch. Auf trockener Bahn lassen sich mit einer Füllung des laut Reglement maximal 90 l fassenden Tanks etwa zwei Runden mehr zurücklegen als mit einem Saugmotor. Regenwetter würde diese Differenz sogar massiv zu Gunsten des Diesels vergrössern, weil der Vollgasanteil bei Nässe bedeutend geringer ist.

In den vom Joest-Team eingesetzten Audi wechseln sich der siebenmalige Le-Mans-Sieger Tom Kristensen (Dä), Rinaldo Capello (It) und Allan McNish (Gb) bezw. Frank Biela (De), Emanuele Pirro (It) und Marco Werner (De) ab. Die Pescarolo-Fahrer sind durchwegs Franzosen, nämlich Erik Comas, Emmanuel Collard und Nicolas Minassian resp. Eric Hélary, Franck Montagny und der zweifache Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb.

Vier Kategorien

Die 50 Autos verteilen sich fast gleichmässig auf vier Kategorien. Die für den Gesamtsieg in Frage kommenden LM P1-Prototypen sind mindestens 925 kg schwer und können mit Saugmotoren bis 6 Liter Hubraum, 4-Liter-Turbo-Aggregaten oder 6-Liter-Diesel-Motoren bestückt sein. Die entsprechenden P2-Daten sind 775 kg und 3,4-Liter-V8- oder mittels Turbo aufgeladene 2-Liter-V6-Motoren. Unter GT1 laufen serienmässige Sportwagen à la Aston Martin DBR9, Corvette C5-R und Ferrari 550 Maranello. Als GT2 treten seriennahe Gran-Turismo-Autos wie der Porsche 911 GT3-RSR auf.

Unter den Teilnehmern befinden sich 19 (fast ausschliesslich ehemalige) Formel-1-Fahrer. Neben McNish, Pirro, Comas, Hélary und Montagny sind dies Jan Lammers, Alex Yoong, Stefan Johansson, Jean-Marc Gounon, Shinji Nakano, Beppe Gabbiani, Christian Fittipaldi, Jan Magnussen, Olivier Beretta, Max Papis, David Brabham, Marco Apicella, Pedro Lamy und Stéphane Sarrazin. Gemeldet sind auch drei weitere Fahrer mit Schweizer Lizenz: Alexander Frei im Courage-Mugen der Klasse LM P1, Karim Ojjeh (Courage-Ford/LM P2) und Gabriele Gardel (Ferrari 550 Maranello/LM GT1).

Rekord: 407 km/h

Die 13,6 km lange Strecke führt hauptsächlich über Landstrassen, bezieht aber im Start- und Zielbereich aber auch den permanenten Rundkurses mit ein. Auf der fast 5 km langen, inzwischen durch zwei Schikanen entschärften «Hunaudières»-Geraden erreichen die schnellsten P1-Wagen nahezu 350 km/h. Den Rekord hält seit 1989, damals noch ohne Bremskurven, der siegreiche Sauber-Mercedes C9 mit 407 km/h.

Der Start zur 74. Auflage des seit 1923 ausgetragenen Klassikers erfolgt am Samstag um 17 Uhr. Die Fahrer lösen sich im Zweieinhalb-Stunden-Rhythmus am Lenkrad ab. Die Sieger werden im Normalfall etwas mehr als 5000 km zurücklegen.

(fest/Si)

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