Ausgeschaffte Nigerianer greifen Polizisten an

publiziert: Sonntag, 6. Dez 2009 / 12:47 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 6. Dez 2009 / 13:46 Uhr

Zürich - Weil sie in ihrem Heimatstaat Nigeria nicht aus dem Flugzeug aussteigen wollten, haben 27 ausgeschaffte Asylbewerber die Schweizer Polizisten angegriffen, die sie begleiteten.

Die Nigerianer wurden von 61 Schweizer Polizisten aus der ganzen Schweiz begleitet. (Symbolbild)
Die Nigerianer wurden von 61 Schweizer Polizisten aus der ganzen Schweiz begleitet. (Symbolbild)
4 Meldungen im Zusammenhang
Damit die Situation nicht aus dem Ruder lief, verliessen die Schweizer die Maschine. Daraufhin griffen nigerianische Sicherheitskräfte ein.

Die 27 Nigerianer waren Mitte November per Sonderflug nach Nigeria gebracht worden. Begleitet wurden sie von 61 Schweizer Polizisten aus der ganzen Schweiz, wie Marcel Strebel, Informationschef der Zürcher Kantonspolizei, eine Meldung der «SonntagsZeitung» bestätigte. Die Nigerianer waren mit Stoffmanschetten gefesselt.

Nach einem Flug ohne Zwischenfälle landete die Maschine auf dem Flughafen der nigerianischen Hauptstadt Lagos. Dort sollten die Ausgeschafften den nigerianischen Behörden übergeben werden. Dies wollten sie aber um jeden Preis vermeiden.

Verantwortung an Nigeria übergeben

Kaum waren ihnen die Fesseln abgenommen worden, gingen sie auf die Schweizer Polizisten los. Weil diese, so Strebel, keine Eskalation in der engen Maschine riskieren wollten, verliessen sie mit der Flugzeug-Besatzung die Maschine. Nigerianische Sicherheitskräfte stürmten schliesslich das Flugzeug und überwältigten ihre Landsleute.

Laut Strebel haben die Polizisten ganz richtig gehandelt. Hätten sie im Flugzeug durchgegriffen, wäre es mit Sicherheit zu Verletzten gekommen. Ob es allerdings beim anschliessenden Eingreifen der nigerianischen Sicherheitskräfte zu Verletzten gekommen ist, wisse er nicht, räumte Strebel ein.

Es sei auch schon vorgekommen, dass es bei Rückschaffungen zu Auseinandersetzungen gegeben habe. Ob in diesem Ausmass, könne er nicht sagten, erklärte Strebel. Es sei immer schwierig, den Spagat zu machen zwischen Aspekten der Menschlichkeit und der Sicherheit. Man könnte die Leute auch wie Schwerverbrecher fesseln, dann würde es keine Schwierigkeiten geben.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bauchi - Im Norden Nigerias sind bei heftigen Kämpfen zwischen ... mehr lesen
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas, die ethnischen Konflikte beherrschen Nigeria.
Ausländer, die schwere Straftaten begangen haben, sollen aus der Schweiz weggewiesen werden müssen. (Archivbild)
Bern - Ausländer, die schwere Straftaten begangen haben, sollen aus der Schweiz weggewiesen werden müssen. Die Staatspolitische Kommission des Ständerats (SPK) stellt sich hinter ... mehr lesen
Bern - Von Januar bis März 2009 ... mehr lesen
Die Anerkennungsquote der Asylbewerber liegt bei 14,5 Prozent.
Die Asylverfahren sollen beschleunigt und effizienter, Missbräuche konsequent unterbunden werden.
Bern - Die Asylverfahren sollen ... mehr lesen 5
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Griechenland, Lesbos, 9.September 2020: Flüchtlinge nach dem Feuer im Camp Moria.
Griechenland, Lesbos, 9.September 2020: Flüchtlinge ...
Fotografie Ärzte ohne Grenzen und Magnum: 50 Jahre im Einsatz  2021 markierte das 50-jährige Bestehen von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Fronitères (MSF). Die Photobastei Zürich nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um in einer Fotoausstellung gemeinsam mit der internationalen Fotoagentur Magnum auf 50 Jahre medizinische Nothilfe in Krisen- und Kriegsgebieten zurückzublicken. mehr lesen  
Publinews Die Gründe, sich ein Haustier zuzulegen, sind vielfältig. So möchten manche Menschen, die Einsamkeit verspüren, sich damit ... mehr lesen  
Man sollte sich ein Haustier nie überstürzt zulegen, auch wenn es noch so niedlich ist.
Fotografie Vom 26. August bis 3. Oktober 2021 zeigt das IPFO Haus der Fotografie in Olten die Gewinner des World Press Photo Contest 2021 exklusiv in der Deutschschweiz. mehr lesen  
Wissenschaftler des Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) des MIT haben kürzlich einen neuen Algorithmus entwickelt, der einem Roboter hilft, effiziente Bewegungspläne zu finden, um die körperliche Sicherheit seines menschlichen Gegenübers zu gewährleisten. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 12°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter recht sonnig
Basel 14°C 30°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
St. Gallen 15°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
Bern 13°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Luzern 15°C 30°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
Genf 16°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 18°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten