Keine Wiederholung
Ausschaffungsinitiative: Abstimmung gültig
publiziert: Freitag, 11. Mrz 2011 / 12:15 Uhr
Ausschaffungsinitiative.
Ausschaffungsinitiative.

Lausanne - Die Abstimmung über die Ausschaffungsinitiative ist laut Bundesgericht gültig. Ob die SVP die Stimmbürger nur unzureichend über die völkerrechtlichen Probleme bei der Umsetzung ihrer Vorlage informiert hat, spielt laut den Richtern in Lausanne keine Rolle.

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Die SVP-Initiative «Für die Ausschaffung krimineller Ausländer» wurde Ende November von Volk und Ständen angenommen. Bereits vor dem Urnengang gelangte ein Stimmbürger aus Solothurn ans Bundesgericht und forderte eine Verschiebung der Abstimmung, beziehungsweise eine Ungültigerklärung des späteren Resultates.

Keine «Non-Refoulement»-Prüfung

Die Richter in Lausanne haben seine Beschwerde nun abgewiesen. Der Mann hatte argumentiert, die SVP habe verschwiegen, dass die Initiative mit zwingendem Völkerrecht unvereinbar sei. So werde durch die Initiative ausgeschlossen, bei einer Ausschaffung die verlangte «Non-Refoulement-Prüfung» durchzuführen.

Die Vorlage verstosse zudem gegen das EU-Freizügigkeitsabkommen (FZA) und sei damit gar nicht durchführbar.

Parteien-Polemik erlaubt

Zudem hätten die Stimmbürger über die allfälligen Folgen einer Kündigung des FZA informieren müssen. Nicht zuletzt dem Bundesamt für Justiz und dem Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sei vorzuwerfen, dass sie es unterlassen hätten, die fehlerhaften Informationen vor der Wahl richtigzustellen.

Das Bundesgericht hält ihm entgegen, dass die Bundesratsparteien nicht verpflichtet sind, Vorlagen im Abstimmungskampf objektiv darzulegen oder falsche Informationen richtigzustellen. Es sei ihnen erlaubt, ihre Interessen einseitig und polemisch zu vertreten.

Probleme bewusst

Dass eine verfassungs- und völkerrechtskonforme Umsetzung der Initiative schwierig sein würde, sei den Stimmenden bewusst gewesen. In den Abstimmungserläuterungen sei darauf wiederholt und unmissverständlich hingewiesen worden. Das Problem sei zudem Gegenstand zahlreicher Diskussionen im Abstimmungskampf gewesen.

Insgesamt sei die Rüge des Beschwerdeführers unbegründet, dass die Willensbildung der Stimmbürger verfälscht worden sei und das Ergebnis nicht ihrem freien Willen entsprochen habe. Nicht eingetreten ist das Gericht auf den Antrag, dass beim Entscheid sämtliche SVP-Bundesrichter in den Ausstand zu treten hätten.

(bert/sda)

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Meinungsbeeinflussungsfreiheit
Die Willensbildung der Stimmbürger verfälscht.

Genau das ist passiert, und passiert regelmässig, man sehe nur die Abstimmungsplakate der SVP bei der Waffeninitiative an.

Das ist Gang und Gäbe. Würden alle immer genau die Wahrheit sagen im Abstimmungskampf wäre das Resultat vieler Initiativen anders rausgekommen.

Aber man kann niemanden zur Wahrheitsverkündung zwingen. Wer wählen geht hat selber die Verantwortung sich genug breit zu informieren.
Zug abgefahren
Aber Beschwerder, ... ich unterstelle, dass Sie nichts überlegt haben - und sehr wohl richtig verstanden haben, welche nicht mehr besonders beweisbedürftigen Fakten die SVP gegen die Unterstellungen der Gegner zum besten gegeben hat. Sie zogen es vor, mit dem BG über "das große Ganze und so alles" zu streiten. Na ja ..
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