Aussenminister Nordkoreas überraschend zu Gesprächen in China

publiziert: Dienstag, 18. Feb 2003 / 12:30 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 18. Feb 2003 / 13:25 Uhr

Peking - Der nordkoreanische Aussenminister Paek Nam Sun ist überraschend zu Gesprächen in Peking eingetroffen. Er ist der ranghöchste Besucher Nordkoreas in Peking seit Ausbruch der Krise um die Wiederaufnahme des nordkoreanischen Atomprogramms.

Der nordkoreanische Aussenminister Paek Nam Sun und die Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums, Zhang Qiyue.
Der nordkoreanische Aussenminister Paek Nam Sun und die Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums, Zhang Qiyue.
Paek Nam Sun wurde zunächst von Vizeaussenminister Wang Yi empfangen. Beide äusserten ihre Überzeugung, dass die Nuklearfrage durch Dialog gelöst werden müsse, wie die Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums, Zhang Qiyue, mitteilte.

Zurückhaltend reagierte die Sprecherin auf die Drohung Pjöngjangs, das Waffenstillstandsabkommen von 1953 aufzukündigen, das auch China als Teilnehmer des Krieges auf Seiten Nordkoreas mitunterzeichnet hatte.

Die Sprecherin sagte, dass die Drohung nach den vorliegenden Berichten nur für den Fall gelte, dass einige Beteiligte weitere Massnahmen unternehmen, womit nach Einschätzung von Beobachtern das Vorgehen der USA gemeint ist.

Alle Konfliktparteien müssten jetzt Anstrengungen unternehmen, um den Dialog wieder aufzunehmen, sagte Zhang Qiyue mit Blick auf die USA und Nordkorea. China wolle keine Atomwaffen auf der nordkoreanischen Halbinsel sehen und suche eine friedliche Lösung durch Dialog.

Am Montag hatte Nordkorea mit dem Ausstieg aus dem Waffenstillstandsabkommen gedroht, das vor 50 Jahren den Koreakrieg beendete. Damit reagiere die Führung in Pjöngjang auf die verstärkte Truppenpräsenz der USA auf der koreanischen Halbinsel, erklärte ein Sprecher der Volksarmee.

(bert/sda)

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