Bad Bank und toxische Banker
publiziert: Donnerstag, 29. Jan 2009 / 11:36 Uhr / aktualisiert: Freitag, 30. Jan 2009 / 11:33 Uhr

Die Idee ist verführerisch. So sehr, dass sie fast nicht umzubringen ist: die «Bad Bank». Diese «schlechte Bank» würde, vom Staat finanziert, die faulen, auch gerne «toxisch» genannten, Kreditpapiere der Banken aufkaufen und diese Schulden dann ohne weiteren Druck nach und nach wieder eintreiben. Am Schluss, so wird jeweils sogar hoffnungsfroh (vor allem von denen, die ein solches Institut eingerichtet haben wollen) gesagt, könnte der Staat sogar noch einen Gewinn aus diesen momentan faulen Papieren erzielen.

Doch so problemlos, wie das von den Banken dargestellt wird, ist eine «Bad Bank» eben doch nicht. Vor allem, weil das Kapital von den ohnehin schon arg strapazierten Steuerzahlern kommt und dem Staatshaushalt weitere Lasten aufbürdet. Doch selbst das wäre noch irgendwie akzeptabel, wenn das Ziel erreicht und das System stabilisiert und sicherer gemacht würde.

Doch man darf sich fragen, ob das auch passieren wird. Denn es gibt ja nicht nur die Opfer der Krise (sehr viele von uns) – sondern auch die Verursacher: jene Banken, die durch schlechte Geschäfte, unkalkulierbare Risiken und das foutieren um jedes bisschen gesunden Menschenverstand diese erst ins Rollen gebracht haben. Diese sehen sich nämlich plötzlich mit einer Belohnung für ihre Dummheiten beglückt: Kredite, die eigentlich niemals hätten gegeben werden dürfen und die vermutlich bereits nett Zinsen und Gebühren erbracht haben, können gegen Bares verkauft statt abgeschrieben werden.

Nun wäre eine solche Situation für die meisten Individuen ein Moment der Scham und würde als zweite Chance gesehen, das Leben in Zukunft besser zu gestalten. Doch man darf, speziell im Angesicht von Bonuszahlungen und ähnlichen Extravaganzen, die von staatlich geretteten Instituten auf der ganzen Welt trotz allem ausgezahlt werden, sich ernsthaft fragen, ob Banken und andere Finanzkonzerne zur Läuterung überhaupt in der Lage sind. Viel mehr scheint es so, als wäre jedes Hilfspaket lediglich eine Bestätigung, dass man es DOCH richtig gemacht habe und die Party nun weitergehen kann. Diesmal einfach auf Staatskosten.

Wenn es denn zur «Bad Bank» kommen sollte (es gab, wie z.B. in Schweden auch schon positive Erfahrungen mit solchen Konstrukten), muss als Zweites überlegt werden, was man mit den «Bad Bankers» machen müsste. Denn machen wir uns nichts vor: Es gibt nicht nur «toxische Papiere», es gibt auch toxische Bänkler. Wobei die meisten von denen vermutlich gar nicht so viel dafür können. Es wurde eben während Jahrzehnten der Primat der Gier gepredigt. Und jene, welche diese Gier am konsequentesten lebten, am skrupellosesten handelten und diese zur Grundlage all ihres professionellen Handelns machten, stiegen am schnellsten auf, besetzten die entscheidenden Positionen – eine «Déformation Professionelle» geht schnell mal eine glückliche Ehe mit einer «Personalité Déformé» ein.

Eine «Bad Bank» ist nur ein Ausweg, wenn auch die toxischen Unternehmensphilosophien, welche die Krise erst möglich gemacht haben, entsorgt werden. Ohne einen solchen Paradigmenwechsel in der Finanzindustrie wird das Siechtum, das von Banken und anderen Finanzinstitutionen aus die Wirtschaft durchdringt, noch lange mit uns sein. Mindestens so lange, wie die «Bad Bankers», die diese Philosophien leben.

(von Patrik Etschmayer/news.ch)

Kolumne besser hören statt lesen!
Der Setzerstift war wohl froh, bald fertig zu sein, und hat im letzten Abschnitt sehr geschludert: eine Ausweg statt ein Ausweg, dass statt das und worauf bezieht sich das diese in der Schlusszeile und wäre Leben in diesem Zusammenhang nicht eher klein zu schreiben? Im gesprochenen Text fallen diese Fehler nicht weiter auf und über den unverständlichen Schlussatz (eigentlich gar kein Satz) nachzudenken erübrigt sich. Inhaltlich wäre die Kolumne aber sicher topp.
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