Bauernverband: Teure Landwirtschaft ist ein Mythos

publiziert: Dienstag, 6. Jan 2009 / 11:24 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 6. Jan 2009 / 13:09 Uhr

Bern - Die Landwirtschaft kostet den Steuerzahler immer weniger, und die Schweizer Konsumenten müssen nur einen kleinen Teil ihres verfügbaren Geldes für Lebensmittel ausgeben. Die teure Landwirtschaft ist nach Ansicht des Bauernverbands nur ein Mythos.

Die Schweiz könne es sich durchaus leisten, ihren Bauernfamilien einen anständigen Preis zu bezahlen, meint Bauernpräsident Hansjörg Walter.
Die Schweiz könne es sich durchaus leisten, ihren Bauernfamilien einen anständigen Preis zu bezahlen, meint Bauernpräsident Hansjörg Walter.
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Dieses Fazit zog Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands (SBV), anlässlich der Neujahrsmedienkonferenz am Dienstag in Herbligen BE. Die Schweiz könne es sich durchaus leisten, ihren Bauernfamilien einen anständigen Preis zu bezahlen.

Und dieser sei angesichts der Leistungen, welche die Landwirtschaft erbringe, durchaus angebracht. Im aktuellen Bericht zur Situation der Landwirtschaft stellte der Bauernverband diese Leistungen den öffentlichen Geldern sowie den Konsumentenpreisen gegenüber.

Hochlohnland Schweiz

Der Bericht kommt zum Schluss, dass die teure Landwirtschaft ein Mythos ist. Obwohl die Lebensmittelpreise in der Schweiz nach wie vor teurer als im Ausland seien, müssten die Schweizer Konsumenten immer weniger dafür ausgeben. An die 7 Prozent eines Haushaltsbudgets gingen heute noch auf Kosten des Essens.

Die Differenz zu Lebensmittelpreisen im Ausland würden durch höhere Löhne und tiefere Ausgaben kompensiert, sagte SBV-Direktor Jacques Bourgeois. Die Kaufkraft sei das wichtigste Argument bei der Preisdiskussion. Und diese sei in der Schweiz absolut tadellos.

Die «Jammerei» wegen vermeintlich zu teuren Lebensmitteln sei also fehl am Platz. Die Schweiz sei zwar ein Hochpreisland aber eben auch ein Hochlohnland. Es bestehe daher kein Grund zur Klage.

«Mehr als nur Milch»

In einem Liter Milch zum Beispiel stecke eben auch mehr als nur Milch, sagte Walter. Bei genauerem Hinsehen entdecke man darin Landschaft, Natur, Lebensqualität, Nahrungsmittelsicherheit, Tierwohl, Agrotourismus und Kultur. Dies könne nicht gratis sein und bedinge Investitionen.

Der Bericht zeige, dass die Aufwände für die Landwirtschaft mehr als angemessen für deren Leistungen seien. Leider würden die Bundesgelder kontinuierlich gekürzt was sich zusammen mit agrarpolitischen Reformen und der stetigen Öffnung der Märkte negativ auf das Einkommen der Bauern ausgewirkt habe.

Doch um dem Lebensmittelsektor eine echte Perspektive zu geben, brauche es anständige Preise. «Fair Trade» solle nicht nur im Ausland gefragt sein, denn Preisdrückerei auf Kosten der Bauern sei auch in der Schweiz nicht angebracht.

Der Spielraum bei den Produzentenpreisen sei heute aber nahezu ausgeschöpft, hielt Walter fest. Die erneute Preisreduktion von rund 9 Rappen auf Anfang dieses Jahres treffe die Bauern hart. Die Milch sei ein qualitativ hochstehendes Produkt, für dessen Wert der Schweizerische Bauernverband zusammen mit den Produzenten kämpfen werde.

(fest/sda)

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