Beben in Algerien: Tausende noch unter den Trümmern befürchtet
publiziert: Donnerstag, 22. Mai 2003 / 14:31 Uhr

Algier - Bei dem schwersten Erdbeben in Algerien seit über 20 Jahren starben im Norden des Landes nach neuesten Angaben mindestens 540 Menschen. Wie das Innenministerium mitteilte, wurden beim Beben mehr als 4600 Menschen verletzt.

Ganze Häuserblocks wurden beim letzten grossen Erdbeben in Algerien im Jahre 1980 verschoben.
Ganze Häuserblocks wurden beim letzten grossen Erdbeben in Algerien im Jahre 1980 verschoben.
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Unter den Trümmern werden noch Tausende weiterer Opfer befürchtet. Die Region um die Hauptstadt Algier und der östlich davon gelegene Verwaltungsbezirk Boumerdes seien am stärksten von der Katastrophe betroffen. Viele Menschen hätten aus Angst vor neuen Erschütterungen die Nacht im Freien verbracht.

Auch zwölf Stunden nach den verheerenden Erdstössen waren noch Nachbeben zu spüren. Das Beben hatte die Region um die Hauptstadt Algier am Mittwochabend gegen 19.45 Uhr Ortszeit in zwei Wellen erschüttert.

Epizentrum bei der Stadt Thénia

Angaben über die Stärke schwankten: Während die algerischen Behörden von 5,2 auf der Richterskala sprachen, gab das Erdbeben-Observatorium in Strassburg die Stärke mit 6,0 an. Das Epizentrum lag rund 70 Kilometer östlich von Algier nahe der Stadt Thénia.

Telefonverbindungen und die Stromversorgung sind mancherorts zusammengebrochen. Häuser stürzten ein, und die Menschen sprangen in Panik aus den Fenstern, sagten Augenzeugen. Nach Medienberichten wurde auch ein Spital zerstört.

Krisenstab

Präsident Abdelaziz Bouteflika berief einen Krisenstab ein und besuchte in der Nacht Verletzte in den Spitälern.

Auch die Residenz des Schweizer Botschafters in Algier ist beim Erdbeben beschädigt worden. Das Gebäude sei unbewohnbar, sagte eine Mediensprecherin des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Die Mitarbeiter der Botschaft seien aber wohlauf. Das EDA konnte bislang keine Angaben über die 150 Schweizerinnen und Schweizer machen, die in Algerien leben.

Schweizer Hilfe

Die Schweiz hat dem nordafrikanischen Land Hilfe angeboten. Eine erste Equipe des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) soll um 14 Uhr mit einer Maschine ab Genf nach Algier fliegen, wie das DEZA mitteilte.

Weitere acht Personen, darunter ein Arzt und Techniker, seien bereit, im Laufe des Nachmittags nachzureisen. Schweizer Hilfswerke prüfen Massnahmen zur Soforthilfe. Die Glückskette stellt 50 000 Franken zur Verfügung und öffnet ihr Konto für Spenden. Auch Frankreich und Deutschland wollen Spezialisten in die Region schicken.

(bsk/sda)

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