Begriff «Schwarzafrikaner» schürt Rassismus

publiziert: Dienstag, 2. Mai 2006 / 23:36 Uhr

Interlaken - Die Bezeichnung «Schwarzafrikaner» in der Kriminalberichterstattung kann Vorurteile gegen dunkelhäutige Menschen schüren.

Es wäre möglich gewesen, die Nationalität zu nennen.
Es wäre möglich gewesen, die Nationalität zu nennen.
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Gemäss dem Presserat ist damit zumindest eine unterschwellige Diskriminierung möglich. Im Oktober 2005 berichtete «20 Minuten» über eine Polizeiaktion gegen Drogenhändler. Unter den Verhafteten befänden sich unter anderen «28 Schwarzafrikaner», schrieb das Blatt. Wenig später berichteten die «Freiburger Nachrichten» über einen Strafprozess gegen einen «30-jährigen Schwarzafrikaner».

Die Westschweizer Antirassismusgruppe CRAN beschwerte sich darauf beim Presserat über diese Berichte. Sie seien geeignet, dunkelhäutige Afrikaner den schlimmsten Vorurteilen auszusetzen.

Latente Verallgemeinerungen vermeiden

In seiner Stellungnahme erinnert der Presserat daran, dass die Kriminalberichterstattung auch nur latent diskriminierende Verallgemeinerungen vermeiden sollte. Dies erfordere im Einzelfall eine sorgfältige Abwägung bei der Wahl der Begriffe.

Allerdings verlangt mediale Glaubwürdigkeit auch die Nennung der Herkunft der Täter, wie der Presserat weiter schreibt. Für die Information der Leserschaft sei die Verwendung des auf die Hautfarbe hindeutenden Begriffs «Schwarzafrikaner» in beiden Berichten jedoch nicht notwendig gewesen.

Aspekt nicht berücksichtigt

Im Bericht der «Freiburger Nachrichten» wäre die Nennung der Nationalität des Angeschuldigten möglich gewesen, bei «20 Minuten» hätte die Zusammenfassung der verhafteten Dealer als «Afrikaner» dem Informationsbedürfnis genügt.

Beide Redaktionen hatten in Stellungnahmen eingeräumt, der Diskriminierungsproblematik bei der Formulierung der Texte nicht genügend Rechnung getragen zu haben. Den Vorwurf des latenten Rassismus wiesen sie jedoch zurück.

(ht/sda)

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