Bei den Unabhängigkeitsfeiern in Haiti kommt es zu Ausschreitungen

publiziert: Freitag, 2. Jan 2004 / 07:43 Uhr

Port-Au-Prince - Die Feiern zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit Haitis sind am Donnerstag von schweren Ausschreitungen überschattet worden. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt, wie der Sender Radio Métropole berichtete.

Im Nordwesten der Insel kam es gar zu einer Schiesserei.
Im Nordwesten der Insel kam es gar zu einer Schiesserei.
In der Stadt Gonaïves schossen Aufständische auf eine Delegation mit Präsident Jean Bertrand Aristide und seinem südafrikanischen Kollegen Thabo Mbeki an der Spitze. Südafrikanische Soldaten, die Mbeki begleiteten, und haitianische Polizisten erwiderten das Feuer.

Beide Präsidenten konnten unversehrt per Helikopter in die Hauptstadt Port-au-Prince zurückkehren. Dort gingen Polizei und militante Aristide-Anhänger brutal gegen Demonstranten vor.

Schon seit den Morgenstunden hatten in Port-au-Prince tausende Oppositionelle gegen Aristide demonstriert. Ein massives Polizeiaufgebot hinderte sie daran, zum Nationalpalast zu gelangen, wo zu diesem Zeitpunkt Aristide und Mbeki einen Festakt abhielten.

Unbeeindruckt von den Protesten proklamierte Aristide in Anwesenheit Mbekis vor zehntausenden Anhängern 200 Jahre Freiheit für ein Jahrtausend des Friedens. Er versprach noch für das Jahr 2004 Wahlen mit Beteiligung der Opposition und der Zivilgesellschaft, ohnen einen Termin zu nennen.

Zudem bekräftigte der Staatschef seine Absicht, seine fünfjährige Amtszeit bis 2006 erfüllen zu wollen. Die Opposition fordert dagegen Aristides Rücktritt vor einem Urnengang. Seine Gegner werfen ihm Korruption und Versagen im Kampf gegen die weit verbreitete Gewaltkriminalität in dem verarmten Karibik-Staat vor.

Vor tausenden von Anhängern wiederholte Aristide seine Forderung an die frühere Kolonialmacht Frankreich, Haiti eine Entschädigung in Höhe von 21,7 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Mbeki sagte, die Revolution der haitianischen Sklaven, die vor 200 Jahren ihre französischen Herren vertrieben hatten, habe der schwarzen Welt den Weg zur Freiheit gewiesen.

Nach dem Festakt in Port-au-Prince flogen Aristide und Mbeki per Helikopter nach Gonaïves, 160 Kilometer nördlich von Port-au-Prince.

Die Hafenstadt, in der am 1. Januar 1804 die Unabhängigkeit ausgerufen wurde, wird seit Wochen von Unruhen erschüttert. Die dort beheimatete Anti-Aristide-Front hatte die Zufahrtstrassen mit Motoröl übergossen und den Hauptplatz mit Exkrementen überschüttet.

In dem Klima der Anarchie brachen den Radioberichten zufolge am Donnerstag ausserdem mehrere Dutzend Häftlinge aus dem Nationalgefängnis von Port-au-Prince aus. In dem nördlich von Gonaïves gelegenen Ort Gros-Morne zerstörte die Anti-Aristide-Front das Polizeirevier.

In Port-au-Prince feuerte die Polizei am Donnerstagnachmittag Tränengas auf die Demonstranten ab.

Mit ihrer 200-jährigen Geschichte ist Haiti die nach den USA älteste Nation des amerikanischen Kontinentes. Das Land fand aber nie zu einer stabilen Entwicklung und ist heute das mit Abstand ärmste der westlichen Hemisphäre.

(rr/sda)

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