Belz mit Medaillenchance

publiziert: Dienstag, 8. Aug 2006 / 00:01 Uhr

Als Nr. 2 der Saison und als Nr. 4 insgesamt steigt heute der Berner Christian Belz mit Medaillenchancen in den 10´000-m-Lauf der Leichtathletik-EM in Göteborg. Nur der Spanier Juan Carlos de la Ossa lief 2006 schon schneller als Belz.

Christian Belz reiste wie stets vor seinen erfolgreichen Rennen direkt aus St. Moritz an.
Christian Belz reiste wie stets vor seinen erfolgreichen Rennen direkt aus St. Moritz an.
«Mein Ziel ist eine Medaille bei den EM», sagt Christian Belz seit den WM 2005 in Helsinki, wo er mit Landesrekord (27:53,16) den 14. Rang belegte. Gestern Abend ist er nun zu diesen EM eingetroffen, heute Abend erfolgt sein Start in Göteborg. Diesmal fehlen die Afrikaner, und das verändert die 10´000-m-Szene frappant.

De la Ossa (30), 50 kg leicht, der WM-Zehnte von 2005, führt auf dem Papier das Trio der starken Spanier im Feld der 18 Konkurrenten an. Seine Saisonbestzeit lautet auf 27:50, seine persönliche Bestzeit auf 27:27.

Sein Landsmann José Manuel Martinez hat den EM-Titel zu verteidigen, den er 2002 in München über die 25 Runden eroberte. Martinez´ Bestzeit ist 27:30, seine Saisonbestleistung 28:12.

Von Dopingvorwürfen gegen spanische Langstreckenläufer, die angeblich aus einem der beim Madrider Dopingarzt Eufemiano Fuentes gefundenen Dossier hervorgegangen sind, war seit dem Tour-de-France-Eklat Anfang Juli nichts mehr zu hören.

Taktik noch kein Thema

Insgesamt sind sechs Läufer schon unter 28 Minuten gestoppt worden; neben den Spaniern war auch Driss El Himer (Fr, 27:48,00) früher schon schneller als Belz.

Zum Favoritenkreis gehören auch der Portugiese José Ramos (PB 27:56), der Russe Dmitri Maximow (PB 27:54) und der 31-jährige Ukrainer Sergej Lebed, WM-Dritter von 2002 über 5000 m und sechsfacher Cross-Europameister, der allerdings «nur» eine 10´000-m-Bestzeit von 28:09 aufweist.

Der 32-jährige Christian Belz, der seine Saisonbestzeit von 28:02,46 im Frühjahr in Stanford (USA) erzielt hatte, machte sich bis zur Ankunft in Göteborg noch keine Gedanken über die Taktik.

«Ich werde mich damit erst kurz vor dem Wettkampf auseinander setzen», sagte er, «ich möchte die Spannung erst im letzten Moment aufbauen.» De la Ossa kündigte an, er werde für ein schnelles Rennen sorgen; das läge im Interesse des Schweizers.

Direkte Anreise vom Höhenlager

Der frühere Steepler Belz reiste wie stets vor seinen erfolgreichen Rennen direkt aus St. Moritz an; das hatte er 2005 vor den WM in Helsinki und in den Jahren 2003 und 2004 vor seinen stärksten 5000ern in Heusden (Be) getan.

Anreise, einmal übernachten, Start: Das ist sein Erfolgsrezept für einmalige Einsätze. Nach drei Tagen Aufenthalt im Flachland sinkt die Leistungskurve deutlich.

Sein letztes Training absolvierte der Berner Ökonom bereits am vergangenen Mittwoch in St. Moritz: 12 mal 300 m, wie immer vor den Wettkämpfen, aber diesmal früher, um genügend Ruhezeit zu haben.

Belz ist zuversichtlich; er fühlt sich in Form, um im Kampf um Medaillen mitzulaufen. «Ich will eine», sagte er auch nach der Ankunft in Göteborg. Es wäre die 22. Schweizer EM-Medaille; die 21. gewann der 2006 pausierende André Bucher 2002 in München über 800 m.

Zeitplan und Schweizer Einsätze (Dienstag, 8. August)
10.05 Dreisprung Frauen, Qualifikation A,B 10.10 Diskus Frauen, Qualifikation A 10.55 400 m Frauen, Vorlauf 11.25 Diskus Frauen, Qualifikation B 11.35 Weitsprung Siebenkampf (MIT OBERER UND DUFOUR) 11.50 100 m Frauen, Vorlauf

17.05 Speer Siebenkampf (MIT OBERER UND DUFOUR) 17.15 20 KM GEHEN MÄNNER, FINAL 17.25 WEITSPRUNG MÄNNER, FINAL 17.45 800 m Frauen, Halbfinal 18.10 100 m Männer, Halbfinal 18.45 Hochsprung Frauen, Qualifikation A,B 18.50 400 m Männer, Halbfinal 19.15 400 m Hürden Frauen, Halbfinal 19.30 HAMMER FINAL, FRAUEN 19.40 100 M MÄNNER, FINAL 19.55 800 M SIEBENKAMPF (MIT OBERER UND DUFOUR) 20.20 10 000 M MÄNNER, FINAL (MIT CHRISTIAN BELZ)

(von Peter A. Frei (Si), Göteborg/Si)

 
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