Benedikt sucht seinen Weg

publiziert: Montag, 25. Apr 2005 / 10:10 Uhr

Vatikanstadt - Angespannt sitzt er auf seinem weiss-goldenen Thron, fast zerbrechlich wirkend, das weisse Haar vom Wind zerzaust. Mal lauscht er andächtig dem Chor der Messdiener, dann wieder scheint er tief in Gedanken versunken.

Benedikt XVI. betont in seiner Predigt immer wieder die Solidarität im Glauben.
Benedikt XVI. betont in seiner Predigt immer wieder die Solidarität im Glauben.
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Papst-Predigt im Wortlaut.
"Habt keine Angst vor Christus!" - Papst-Predigt im Wortlaut auf der Vatikan-Radio-Webseite.
www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?id=34759

In seiner Predigt hat Papst Benedikt XVI. zuvor von seinem "unerhörten Auftrag" gesprochen, "der doch alles menschliche Vermögen überschreitet".

Aber er sei dabei nicht allein, hat er hinzugefügt, vor den rund 350 000 Gläubigen aus aller Welt, die zu seiner Amtsführung zum Petersplatz in Rom gepilgert sind. Sie begleiten den neuen Papst auf seiner - mal nervösen, mal hochkonzentrierten und dann plötzlich wieder völlig entspannten - Suche nach dem eigenen Weg.

Es war eine farbenfrohe Zeremonie, mit der der 264. Nachfolger von Petrus auf dem blumengeschmückten Petersplatz in sein neues Amt eingeführt wurde.

Neben den schwarzen Anzügen der Staatsoberhäupter und Regierungsvertreter aus aller Welt leuchteten die weissen Roben der Nonnen und Priester; zu den roten Gewändern der Bischöfe gesellten sich die prächtigen Uniformen der Schweizergarde; und über dem ganzen Platz wehten die Fahnen aus den Heimatländern der Pilger.

Symbolische Änderungen

Einige symbolische Änderungen bei der Amtseinführung weisen schon jetzt auf den Weg hin, den das neue Oberhaupt von 1,1 Milliarden Katholiken einschlagen könnte - in den Fussstapfen seines fast schon überlebensgrossen Vorgängers Johannes Paul II.

So trug Benedikt XVI. bei der Messe eine mit Edelsteinen besetzte Mitra seines Vorgängers, die dieser aber nie getragen hatte, weil sie ihm zu schwer gewesen war.

Bei seiner Amtseinführung brach er dann mehrmals mit der Tradition, um neue Rituale einzuführen: Wichtigste Neuerung war vor Beginn der Messe der Gang des Papstes zum Petrusgrab, womit er die Nähe zu seinem ersten Vorgänger bekunden wollte.

Akt des Gehorsams

Den feierlichen "Akt des Gehorsams" bekundeten dieses Mal nicht die anwesenden Kardinäle, sondern neben Vertretern der Kirche auch Laien: ein junges koreanisches Paar mit seinem Kind sowie Firmlinge aus Sri Lanka und dem Kongo. Auf dem Gesicht des Papstes erschien plötzlich ein Lächeln, und entspannt wechselte er mit jedem ein paar Worte.

In seiner Predigt ging Joseph Ratzinger nochmals auf den Verlust durch den Tod seines Vorgängers ein. Dabei machte er den Gläubigen Mut - und ein wenig auch sich selbst.

"Wie verlassen fühlten wir uns nach dem Heimgang von Johannes Paul II., der gut 26 Jahre unser Hirt und Führer war", sagte er. Wie ein Credo betonte er dann immer wieder die Solidarität im Glauben.

Niemals allein

Johannes Paul II. sei bei seinem Tod nicht allein gewesen, die Bischöfe waren bei ihrer Entscheidung über einen Nachfolger nicht allein, und auch er brauche "nicht allein zu tragen, was ich wahrhaftig allein nicht tragen könnte".

Als Benedikt während seiner Audienz nach der Messe die Würdenträger aus aller Welt empfing, schüttelte er manchen von ihnen die Hand, als wolle er sie nicht mehr loslassen.

Und als er zuvor mit einem offenen weissen Jeep über den Petersplatz gefahren wurde, da klammerte sich der neue Pontifex am Bügel fest, als müsse ihm dieser mehr geben als nur physischen Halt.

(Von Gina Doggett und Harmonie Toros/afp)

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