Stämme wenden sich von Gaddafi ab:

Bericht: Militär verweigert Bombenangriff

publiziert: Mittwoch, 23. Feb 2011 / 19:57 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Apr 2011 / 13:41 Uhr
Die Stadt Benghazi im Osten gilt bereits als befreit.
Die Stadt Benghazi im Osten gilt bereits als befreit.

Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi steht mit dem Rücken zur Wand. Nach Diplomaten, Regierungsmitgliedern und Soldaten wenden sich auch immer mehr Stämme von dem seit über 40 Jahren regierenden Herrscher ab.

5 Meldungen im Zusammenhang
Gaddafi, der nicht kampflos aufgeben will, soll sich am Mittwoch mit vier Brigaden in einem Stützpunkt in Tripolis verschanzt haben. Er schien weitgehend die Kontrolle über die Stadt zu halten. Die Strassen dort waren menschenleer.

Laut einem Bericht des Fernsehsenders CNN soll sich die Armee geweigert haben, Bombenangriffe auf von Aufständischen gehaltene Gebiete zu fliegen.

Im Osten des Landes wird dagegen bereits die Befreiung gefeiert. Laut Berichten haben sich dort auch Teile des Militärs den Aufständischen angeschlossen. Ausländische Medienvertreter konnten erstmals bis nach Bengazi gelangen.

Staatengemeinschaft alarmiert

Nach blutigen Kämpfen mit bis zu 1000 Toten, wie es in jüngsten Berichten am Mittwoch hiess, rechnet Italien mit einem Exodus zehntausender Menschen aus Libyen.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso verurteilte die Gewalt und bot dem libyschen Volk die Unterstützung der EU an. «Es ist vollkommen inakzeptabel, dass die Armee Gewalt gegen Zivilisten anwendet», sagte er.

Die wüsten Drohungen Gaddafis gegen das eigene Volk vom Dienstagabend hatten die Staatengemeinschaft alarmiert. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte in der Nacht zum Mittwoch das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten und rief Gaddafi auf, die Gewalt sofort zu stoppen.

US-Aussenministerin Hillary Clinton verurteilte das Blutvergiessen in Libyen als «völlig inakzeptabel». Sie sprach sich für «angemessene Schritte» der Weltgemeinschaft aus, sagte aber nicht, ob dies auch Sanktionen gegen Tripolis beinhalte.

Tausende auf der Flucht

Tausende Tunesier, Ägypter, Europäer, Amerikaner und Asiaten flüchteten unterdessen aus Libyen. Innerhalb von zwei Tagen erreichten 5700 Flüchtlinge Tunesien.

Die Türkei leitete nach Angaben von Aussenminister Ahmet Davutoglu die grösste Evakuierungsaktion ihrer Geschichte ein. In Libyen leben 25'000 Türken. Allein aus der östlichen Stadt Benghasi wurden 3000 Türken mit einer Fähre in Sicherheit gebracht, nachdem sie in einem Fussballstadion Zuflucht gefunden hatten.

Insgesamt 21 Länder hätten um Unterstützung gebeten, sagte Davutoglu. Die EU-Kommission kündigte an, rund 10'000 Bürger der Gemeinschaft ausser Landes bringen zu wollen.

Internationale Öl- und Gaskonzerne haben wegen der Unruhen ihre Förderung in Libyen eingestellt und Mitarbeiter aus dem Krisenland abgezogen.

(ht/sda/news.ch)

xxxFORUMHINWEISxxx
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Ras Dschir/Washington - Die radikal-islamische Al-Kaida hat sich hinter den ... mehr lesen
Demonstranten in Tripolis.
Barack Obama forderte keinen Rücktritt von Gaddafi.
Washington - Angesichts der vielen Opfer beim Aufstand gegen das Regime von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi wächst die Empörung. Zu Sanktionen gegen das nordafrikanische Land kann ... mehr lesen
Bern/Zürich/Genf - Erneut sind am Mittwoch in Bern, Zürich und Genf mehrere hundert Personen auf die Strasse gegangen, um gegen den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi und für die Aufständischen in Libyen zu demonstrieren. mehr lesen 
Die Berichte von libyschen Flüchtlingen bringen grausames ans Tageslicht. Gaddafis Söldner hätten grausam gewütet und Ausländer quer durch die Städte gejagt, sie regelrecht hingerichtet und Frauen vergewaltigt, so der «Spiegel» anhand von Augenzeugenberichten. Berlin hat dem Gaddafi-Regime derweil die Legitimation abgesprochen. Die EU stoppte die Waffenexporte. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 
Mit der neuen Regierung unter Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch soll der Bürgerkrieg beendet werden.
Mit der neuen Regierung unter Ministerpräsident Fajis ...
Ministerpräsident kehrt zurück  Tripolis - Die von Islamisten dominierte Schattenregierung in der libyschen Hauptstadt Tripolis hat nach eigener Darstellung zugunsten der von den UNO vermittelten Übergangsregierung aufgegeben. Damit soll weiteres Blutvergiessen und eine Spaltung des Landes vermeiden werden. mehr lesen 
Behinderung des Friedensprozess  Brüssel - Die EU hat wegen der Behinderung des Friedensprozesses in Libyen Sanktionen gegen drei Politiker beschlossen. Die Strafmassnahmen umfassen ein Einreiseverbot in die EU und ... mehr lesen
In Tripolis wurde gestern ein TV-Sender gestürmt. (Archivbild)
Militäroperation am Dienstagabend  Tunis - Die tunesische Regierung geht weiter gegen Extremisten vor. Bei einer Militäroperation in der Nacht zum Mittwoch seien im Süden des Landes sieben Terroristen getötet worden, teilte das Innenministerium in einer Erklärung mit. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 18°C 24°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Basel 18°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
St. Gallen 17°C 22°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
Bern 18°C 24°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Luzern 19°C 24°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Genf 19°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Lugano 22°C 30°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten