Bern will weniger Asylsuchende aus Nigeria

publiziert: Montag, 14. Feb 2011 / 17:53 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Feb 2011 / 21:20 Uhr
Simonetta Sommaruga: Weitere Zwangsrückführungen werden durchgeführt werden.
Simonetta Sommaruga: Weitere Zwangsrückführungen werden durchgeführt werden.

Bern - Die Schweiz und Nigeria gehen eine Migrationspartnerschaft ein. Die Schweiz erhofft sich weniger Asylsuchende aus Nigeria; das westafrikanische Land wiederum bessere Beziehungen und mehr Hilfen.

7 Meldungen im Zusammenhang

Die erste Migrationspartnerschaft mit einem afrikanischen Land wurde am Montag in Bern von Bundesrätin Simonetta Sommaruga und dem nigerianischen Aussenminister Henry Odein Ajumogobia in Form einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) unterzeichnet.

Die Zwangsrückschaffungen von Nigerianern werden aber fortgesetzt. Mitte Januar waren erstmals seit dem Ausschaffungsstopp nach dem Tod eines Nigerianers vor knapp einem Jahr drei Nigerianer in ihre Heimat abgeschoben worden. Sommaruga sagte vor den Medien, die Zwangsrückführungen seien aber nur die «letzte Möglichkeit».

Der Tod des Nigerianers hatte dazu geführt, dass die seit langem von Menschenrechtsgruppen geforderte Begleitung durch neutrale Beobachter rascher umgesetzt wird. Gemäss Sommaruga will der Bund Mitte Jahr beginnen. Wie BFM-Vizedirektor Gottfried Zürcher später der Nachrichtenagentur SDA sagte, sollen in der Übergangszeit Vertreter der Anti-Folterkommission die Sonderflüge begleiten.

Freiwillige Rückkehr

In Bern sagte Minister Ajumogobia, er hoffe, dass es keine Todesfälle mehr gebe. Ziel der Vereinbarung sei, abgewiesene Asylbewerber von einer freiwilligen Rückkehr zu überzeugen.

Die Schweiz greift deshalb Freiwilligen finanziell unter die Arme und hilft bei der Wiedereingliederung. Gemäss Zürcher läuft das Programm in Nigeria seit drei Jahren. Dabei werde zum Beispiel Rückkehrern beim Anstossen eines eigenen Geschäfts geholfen.

Zusammen wollen die Schweiz und Nigeria auch gegen Menschenhandel und -schmuggel vorgehen. Die Schweizer wollen ferner Nigeria bei Themen wie fälschungssicheren Pässen oder einem Bevölkerungsregister unterstützen.

Das Abkommen sieht auch ein Ausbildungsprogramm vor. So sollen Schweizer Firmen in Nigeria Berufsbildungsprogramme auf die Beine stellen. Bald spruchreif ist nach BFM-Angaben aber erst eine Zusammenarbeit mit dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé.

(fest/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 7 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Justizministerin Simonetta ... mehr lesen 2
Bundesrätin Simonetta Sommaruga.
Nigerianische Polizisten sind im Kanton Zug auf Arbeitsbesuch. (Symbolbild)
Zug - Die Zuger Polizei erhält ... mehr lesen
St. Gallen - Im Kampf gegen den ... mehr lesen 2
Durch die Kooperation mit Nigeria wird auch im Polizebereich Know-How ausgetauscht.
Arbeitseinsatz von Asylbewerbern.
Genf - Die Zahl der Asylbewerber ... mehr lesen 1
Bern - Erstmals seit zehn Monaten hat die Schweiz wieder Nigerianer in deren Heimat ausgeschafft. In der Nacht auf Donnerstag wurden drei Männer via Wien nach Lagos transportiert. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Ab kommendem Jahr gelten ... mehr lesen
Ausschaffung.
Der 29-jährige Nigerianer versuchte mit einem Hungerstreik sich der Ausschaffung zu widersetzen.
Zürich - Ein Ausschaffungshäftling ... mehr lesen
Wir sind zu nett
Sommaruga hat dieses Nigeria Problem geerbt.

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass wir einfach zu nett sind. Warum wurden die Rückführungen so lange gestoppt nach dem zugegebenermassen unnötigen Tod des Nigerianers?
Da sind wir wohl die einzigen Deppen in Europa die danach gleich jahrelang die Rückführungen aussetzen.
Auch das diese Antifolterdingsbumsleute ab jetzt dabei sein sollen. Was für ein Witz ist denn das? Ist die Schweiz jetzt schon im Verdacht Folterungen auszuführen?
Da würde ich ja gerne mal sehen, wie solche in Menschenrechtler z.B. in Italien behandelt werden würden.

Und jetzt haben wir einen Vertrag oder Goodwillerklärung oder wie man das Ding auch immer nennen mag, mit Nigeria - dem Vorzeigestaat Afrikas! Wow, dann wird ja alles gut.
Ich hoffe auch
dass das Departement aus den Ereignissen in der Schweiz nach dem Balkankrieg ihre Lehren gezogen hat.

Massnahmen vor Ort können nur funktionieren, wenn wir eingeschleuste, gesunde Menschen umgehend wieder zurückfliegen.
Es muss sich rumsprechen, dass man ohne das "Vorabticket" keine Chance hat.

Es ist wie Sie schreiben, zombie1969. Diejenigen mit krimineller Energie oder die völlig Verzweifelten, werden Wege suchen und über kurz oder lang auch finden. Da wiederum die zu recht völlig Verzweifelten rauszufiltern ist schwierig.

Aber solange das vor Ort in sicherem Rahmen geschieht, sind die Leute in Sicherheit und sind noch in ihrem angestammten Lebensumfeld und Klima.

Der Entscheid, dass jemand von einem Kontinent auf einen anderen verpflanzt wird und in der Schweiz Asyl bekommt, sollte nicht vom Ausmass seiner aufgewendeten Enerige abhängen müssen.
In anderen Ländern ist das Illusion. Da muss man Gesetze des eigenen Landes brechen, um überhaupt einen Antrag stellen zu können.
In Nigeria ist das anders. Es gibt Gebiete, die sind sicher.

Wer gleich den ganzen Kontinent Afrika hinter sich lassen will und nicht in den Nachbarländern Unterschlupf sucht, muss einen besseren Grund angeben, als "besser verdienen".
Zustimmung
Danke auch für die Antwort kubra
Das mit dem Aussenposten wäre sicher lobenswert. Nur wird das die mit kriminellen Absichten vermutlich nicht besonders interessieren. Man muss in der Tat abwarten was noch aus Sommarugas Departament kommt. Aber lange wird man das nicht mehr vor sich her schieben können. Und um so länger man zuwartet, umso härter werden die Massnahmen ausfallen. Und das ist es doch eigentlich was man gerade nicht will, besonders bei Sommarugas SP. Aber der Druck nimmt täglich zu, gerade wegen der Nordafrikakrise, und wird unsere Politiker zum Handeln zwingen. Jedenfalls wird man es nicht schleifen lassen können wie während und nach dem Balkankrieg.
Ansatz
Danke zombie1969 für Ihren Post

Die Schweiz ist keine Insel. Entwicklungen in der Welt werden über kurz oder lang direkt oder indirekt immer auch die Schweiz erreichen.

Ich seh die Möglichkeit, ein Dokument vorzuschreiben, das in einem sicheren Gebiet in Nigeria von einem Schweizer Aussenposten des EDA erstellt wird. Nur wer ein solches erhält, kann in die Schweiz, zu weiteren Abklärungen.

Ich seh auch die Schwierigkeiten, die mit der Situation verbunden sind.
Mal sehen, was der neue Ansatz aus Sommarugas Departement bringt.
Skrupellos
Diese Banden schrecken nicht mal davor zurück in Thailand, Indonesien, den Philippinen oder Malaysia ihren Drogengeschäften nachzugehen obwohl auf Drogendelikte dort härteste Strafen drohen bis hin zur Todesstrafe. Auch werden in hinterhältiger Art und Weise vornehmlich junge Frauen dazu missbraucht ein Päcklein mit entsprechendem Inhalt von hier nach dort zu bringen, oder es werden Drogen direkt im Gepäck der Frauen versteckt. Wenn ich auf den Philippinen bin mit meiner Frau, Filipina, und mir zwischendurch eine Zeitung kaufe ist fast immer ein Fall drin mit einer Filipina die am Flughafen von Honkong, Bangkok, Kuala Lumpur etc. mit Drogen erwischt wurde. Und in ausnahmslos allen Fällen sind die Hintermänner aus Nigeria, manchmal auch aus anderen afrikanischen Staaten. Das beobachte ich jetzt schon über 20 Jahre in Asien. Es überascht mich nicht dass es in der CH nun auch soweit kommen musste mit dieser Klientel. Und wenn nicht mal die asiatischen Staaten dagegen ankommen mit im Übrigen drastischen Ausländergesetzen und härtesten Strafen und Gefängnissen, dann muss man sich bei unseren Gesetzen und Gefängnissen keine grosse Hoffnung machen man käme hier gegen diese Banden an. Und diese Banden haben nunmal den Zugriff auf eine unerschöpfliche Menschenmenge um eventuell in Asien Verhaftete oder Hingerichtete zu ersetzen. Da bleibt uns in Europa halt eben nur der Kampf gegen Windmühlen.
Schadensbegrenzung
ie haben recht, zombie1969.
Zitat "Hier hat man seitens der Behörden die Kontrolle längst verloren und kämpft nur noch gegen Windmühlen."

Wir machen also das, was wir glauben als einzige Option noch übrig zu haben.
Wir zahlen brav die erpresste Summe und lassen ein nigerianisches Problem zu unserem werden.

Wie wär's, wenn wir in Afrika einen Vertrag mit einem Land eingehen, in das wir alle Nigerianer schicken, kaum, dass sie einen Fuss in die Schweiz gesetzt haben.

Dieses Land sorgt zu den landesüblichen Konditionen für die "Flüchtinge" und wir bezahlen eine Pauschale.
Die abgewiesenen 99.5 % der Nigerianer müssten dann auch nicht mehr soweit fliegen. Unter Umständen könnte man sie sogar per Mannschaftstransporter heimfahren.
Vernetzt
Die kriminellen Nigerianer sind heute bereits derart weltweit vernetzt dass man gegen die ncht mehr ankommt. Auch lässt sich nicht verhindern dass die Kriminellen eine unerschöpfliche Menschenquelle in Nigeria vorfinden die sie unbegrenzt nutzen können. Auch kommt man diesen Kriminellen aus Nigeria nicht bei da sie durch Heirat längst die Niederlassungsbewilligung oder den CH-Pass besitzen und von den Ehepartner/innen meist gedeckt und aktiv unterstützt werden. Hier hat man seitens der Behörden die Kontrolle längst verloren und kämpft nur noch gegen Windmühlen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Nach Einschätzung von «Kinderkrebs Schweiz» kommt es in 20% der Fälle zu einer endgültigen Ablehnung.
Nach Einschätzung von «Kinderkrebs ...
Versicherungen Der Bundesrat sieht sich nicht veranlasst, die Einzelvergütung von Medikamenten speziell bei krebskranken Kindern zu verbessern. Seiner Einschätzung, die Krankenversicherer würden den jährlich rund 270 eingereichten Gesuchen für eine Kostengutsprache nahezu zu hundert Prozent entsprechen, widerspricht der Dachverband «Kinderkrebs Schweiz». mehr lesen  
Vernetzte Geräte müssen die Privatsphäre ihrer Benutzerinnen und Benutzer besser schützen. Neue Bestimmungen in der Verordnung des BAKOM über Fernmeldeanlagen (VFAV) erhöhen die Cybersicherheit von ... mehr lesen
Jedes drahtlose Gerät und Produkt, das mit dem Internet verbunden werden kann, muss über Funktionen verfügen, die den Schutz von Personendaten gewährleisten.
Registrierte Arbeitslosigkeit im Juni 2022  Gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) waren Ende Juni 2022 92'511 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 5'493 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank von 2,1% im Mai 2022 auf 2,0% im Berichtsmonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 39'310 Personen (-29,8%). mehr lesen  
Schon lange auf der Liste: Basler Fasnacht.
Mitmachen erwünscht  Das Bundesamt für Kultur (BAK) aktualisiert zum zweiten Mal ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 1°C 3°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Hochnebel wolkig, aber kaum Regen
Basel 1°C 4°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt Schneeregenschauer
St. Gallen -1°C 2°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt Schneeregenschauer
Bern 0°C 2°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Hochnebel Schneeregenschauer
Luzern 1°C 3°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Hochnebel wolkig, aber kaum Regen
Genf 2°C 5°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 5°C 6°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten