Bis die Lampen ausgehn

publiziert: Donnerstag, 10. Sep 2009 / 11:48 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 10. Sep 2009 / 12:23 Uhr

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So, die ersten herkömmlichen Glühbirnen sind in der EU verboten und in nicht allzu langer Zeit wird auch die Schweiz nachziehen und die mattierten 100W Leuchtmittel vom Markt nehmen. Hurra! Die Welt ist gerettet! Und erst recht die Lampenindustrie!

Währenddessen wird allenthalben an Elektro- und Hybridautos herum gebastelt, die in zehn Jahren bereits 10% des Fahrzeugbestandes stellen sollen. Vielleicht auch mehr... wer weiss? Vielleicht wird 2020 ja schon zu 20% elektrisch und teil-elektrisch im Stau gestanden. Zumindest in Europa, Japan und Nordamerika. Und vielleicht auch in China.

Doch wird die Menschheit dann oder 2050 weniger Ressourcen verbrauchen, weniger Meere leer fischen, weniger CO2 ausstossen, als sie es heute tut? Kaum. Denn – wenn nicht ein gigantischer Kollaps alles zum Einsturz bringt, wird jeder dieser halbherzigen Versuche der Energieersparnis und der Effizienzsteigerung herzlich wenig bringen, weil das grösste ökologische Problem bis jetzt nur in einem grossen Land der Erde, China, angegangen wurde und überall sonst die Augen fest davor verschlossen werden: Das Bevölkerungswachstum.

Denn eine Tatsache wird in der ganzen Ökologie-Diskussion fast nie – oder wenn, dann nur ganz weit draussen am Rand – erwähnt: Die Umwelt wird durch jeden individuellen Menschen nicht allzu stark belastet – erst unsere gigantische Anzahl verursacht die Probleme wie Umweltverschmutzung, Ressourcenvernichtung, Überlastung der Infrastruktur und eben auch die Klimaerwärmung durch die Kohlendioxid-Emissionen.

Unter den grössten Pro-Kopf-Verbrauchern der Welt ist das Wachstum unterdessen zwar wesentlich niedriger geworden doch selbst hier in der Schweiz wächst die Bevölkerung durch Immigration und die ständig steigende Lebenserwartung weiter.

Man mag es da als global gesehen glückliche Fügung betrachten, wenn das grösste Wachstum im Afrika südlich der Sahara stattfindet, da der dortige CO2-Ausstoss pro Person so viel tiefer ist als bei uns. Doch dies ist reiner Zynismus und geht an der Sache vorbei: auch diese Menschen streben nach grösserem Wohlstand und sie haben auch jedes Recht dazu. Doch dies könnte die Erde unmöglich tragen. Und weil dort kein Wohlstand und keine Bildung einkehren, steigt die Grösse der Bevölkerung genau so wie die Belastung der Umwelt weiter.

Es kann eigentlich jeder Aspekt beleuchtet und beredet werden, aber am Ende kommt man auf einige traurige Wahrheiten:

Es gibt zu viele Menschen für diesen Planeten

Ein weiteres Wachstum der Bevölkerung wird die gegenwärtigen Probleme vergrössern

Religiöse, ideologische und stammesgeschichtliche Denkmuster sabotieren eine globale Bevölkerungsplanung

Wenn man diese Aspekte betrachtet, kommt man zum traurigen Schluss, dass die ganze Nachhaltigkeitsdebatte, die ganzen Bestrebungen, die Natur und die Ressourcen zu schützen, zum Scheitern verurteilt sind, solange nicht dieser 500kg Gorilla, der da in der Ecke sitzt, angegangen wird.

Natürlich ist immer noch jeder Versuch, seine persönliche Belastung der Umwelt zu verringern, lobenswert, sei es auch nur aus einem Gefühl der Fairness heraus. Doch jede Klima-Initiative ist im Endeffekt zum Scheitern verurteilt, wenn nicht dieses Jahrhundert-Problem, das galoppierende Wachstum der Weltbevölkerung, angegangen und irgendwann gelöst wird.

Doch dazu müsste das Problem erst mal als solches anerkannt werden. Doch man verbietet lieber Glühbirnen. Das tut scheinbar niemandem wirklich weh - auch nicht dem Papst und den Weltreligionen, die sinnlose Vermehrung immer noch doktrinär verteidigen. Bis irgendwann die Energiesparlampen ausgehen. Doch dann ist es zu spät.

(von Patrik Etschmayer/news.ch)

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