Experten zweifeln an Nutzen
Boink findet kompatible Sex-Partner
publiziert: Donnerstag, 10. Mai 2012 / 11:21 Uhr / aktualisiert: Freitag, 11. Mai 2012 / 10:22 Uhr
Sex-Stellung: App gleicht Präferenzen ab.
Sex-Stellung: App gleicht Präferenzen ab.

Los Angeles - Boink, eine App für iPhone und - mit Einschränkungen - Android, ermöglicht es Usern ein Profil mit ihren sexuellen Vorlieben anzulegen.

3 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Boink für Android
Bei Google play.
play.google.com

Boink für iOS
Im Apple App Store.
itunes.apple.com

Lieblingsstellungen, Fetische und sexuelle Abneigungen können eingetragen werden. Trifft man einen anderen Boink-User, errechnet die App nach Zusammenführen der Mobiltelefone den Grad der sexuellen Übereinstimmung. So sollen die Nutzer im Vorhinein feststellen können, ob ein potenzieller Partner auch die fleischlichen Bedürfnisse befriedigen kann oder will. Ausserdem führt das Programm Buch über die bisherigen Erfahrungen und ermöglicht Tagebucheinträge.

Nur für Sex

Die App kann für 99 Cent bei iTunes erstanden werden. Die Android-Version wird aufgrund von Macken noch nicht offiziell vertrieben. «Solche Programme machen - wenn überhaupt - nur bei One-Night-Stands Sinn. Wenn es lediglich um mechanistischen Sex geht ist das vermeintlich ein bequemer Weg zum Testen der Kompabilität. Auch vor den Handys haben Menschen in bestimmten Szenen durch Zeichen ihre bevorzugten sexuellen Spielarten kenntlich gemacht. Für langfristige Beziehungen sind solche Methoden unbrauchbar», sagt Psychologe Michael Thiel.

Die Daten, die von den Usern eingegeben werden, sind nach Angaben des Herstellers privat und werden nicht weitergegeben. Boink führt Buch über die Anzahl der eigenen Einsätze. Ein User kann auf einen Blick sehen, wie oft er im letzter Zeit «geboinkt» hat. Ausserdem können Erfahrungen in Form von «Stories» schriftlich festgehalten und auf Wunsch mit anderen Nutzern geteilt werden. «Für zwei Personen, die nur auf Sex aus sind, ist die Vorgehensweise in Ordnung. Allen anderen empfehle ich den konservativen Weg, sonst berauben sie sich selber des Zaubers einer frischen Beziehung, die mehr als nur Sex zu bieten hat», so Thiel.

Angst vor Zurückweisung

Menschen auf der Suche nach einer ernsthaften Beziehung sind nicht die Zielgruppe von Boink. «Das lansame Kennenlernen und psychologische Entblättern gehören zu einer Partnerschaft dazu. Auch die sexuelle Komponente muss sich erst entwickeln. Das macht ja auch den Reiz einer Beziehung aus», erklärt der Psychologe. Die Motivation für die User ist aber dieselbe wie bei anderen Beziehungsanbahnungsplattformen: «Das vorherige Testen auf passende Eigenschaften via Internet geht auf den Wunsch zurück, sich vor Enttäuschungen zu schützen», so Thiel.

Um überhaupt im Apple-Ökosystem geduldet zu werden, musste Boink gleich drei Anträge stellen. Die Akzeptanz beim notorisch prüden Konzern werten die Boink-Hersteller als Anerkennung. «Das zeigt, dass Apple versteht, dass es einen Markt für Anwendungen für Erwachsene gibt, die aber keineswegs in die pornographische Ecke gehören», sagt Boink-Mitbegründer Dave Swartz.

Update: Inzwischen ist die Version für Android auch wieder erhältlich und kann von Goole play installiert werden. (Siehe «Weiterführende Links»)

(bert/sda)

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