Bremssystem war ausgeschaltet

publiziert: Donnerstag, 18. Mai 2006 / 23:35 Uhr

Thun - Menschliches Versagen ist höchstwahrscheinlich die Ursache für das Bahnunglück von Thun: Der Abschlusshahn des Druckluftbremssystems war ausgeschaltet. Die Verantwortung für das Anschalten des Systems liegt laut der BLS beim diensthabenden Lokomotivführer.

Der Triebwagen vom Typ Tm 235 099 - 235 100: Warum funktionierten die Bremsen nicht?
Der Triebwagen vom Typ Tm 235 099 - 235 100: Warum funktionierten die Bremsen nicht?
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Weil der Abschlusshahn nicht offen gewesen sei, habe nur die Diesellok, nicht aber die angehängten Wagen gebremst werden können, teilten das Untersuchungsrichteramt Berner Oberland und die Kantonspolizei Bern mit.

Die Bremsleistung des Dieseltraktors allein habe nicht ausgereicht, um den rund 300 Tonnen schweren Bauzug zu bremsen. Er gehe von einem menschlichen Versagen aus, sagte ein BLS-Verantwortlicher gegenüber Radio DRS. Der Abschlusshahn hätte theoretisch aber auch von einem Stein getroffen werden können.

Fehler beim Rangieren

Vieles deutet darauf hin, dass sich die Fehlmanipulation in Frutigen ereignete. Hier hängten die von Blausee her kommenden drei BLS-Mitarbeiter aus bisher unbekannten Gründen zwei Wagen vom Zug ab und stellten den Kranwagen ans Ende der Komposition.

Beim Rangieren sei es üblich, die Bremsen so einzustellen, dass sie beim Losfahren nicht funktionierten, erklärte BLS-Sicherheitschef Eduard Wymann in Bern vor den Medien. Laut Fahrdienst-Reglement hätten vor der Abfahrt aber die Bremsen kontrolliert werden müssen.

Die Verantwortung dafür, dass das Bremssystem nach dem Rangieren wieder eingestellt werde, liege beim diensthabenden Lokführer, sagte Wymann weiter. Dies bedeute aber nicht, dass dieser den Fehler begangen habe.

Abspringen nicht möglich

Unter den gegebenen Umständen sei es nicht möglich gewesen, den Abschlusshahn während der Fahrt wieder zu öffnen. Zwischenzeitlich war der Zug gar mit bis zu 100 km/h unterwegs. Abzuspringen war den drei Zuginsassen deshalb ebenfalls unmöglich.

Die beiden Lokführer bemerkten die Bremsprobleme nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof Frutigen. Als den Lokführern die Probleme auffielen, gaben sie dem Stellwerk Spiez die Anweisung, den Zug geradeaus weiter fahren zu lassen.

«Danach hatten die drei Männer im Stellwerk rund acht Minuten Zeit, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden», sagte Flühmann. Aus heutiger Sicht sei ihnen dabei keine andere Alternative geblieben, als den Zug in Thun aufprallen zu lassen.

(bert/sda)

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