Bruno Risi der Taktiker, Franco Marvulli der Sprinter

publiziert: Montag, 23. Aug 2004 / 16:16 Uhr

In der Madison vom Mittwochabend winkt Bruno Risi (36) die Chance, seiner Karriere mit einer Olympia-Medaille die letzte noch fehlende Auszeichnung beizufügen. Gleichzeitig könnte Risis Partner Franco Marvulli (26) seine noch jüngere Laufbahn weiter lancieren.

Bruno Risi und Franco Marvulli streben den Olympiasieg an. (Archiv)
Bruno Risi und Franco Marvulli streben den Olympiasieg an. (Archiv)
"Die beiden Schweizer sind angereist, um eine Medaille zu gewinnen", erklärte Bahncoach Markus Nagel. Als Weltmeister des letzten Jahres und WM-Zweite der letzten Titelkämpfe starten der Urner und der Zürcher in der Favoritenposition. "Risis Routine ist ein wichtiger Faktor. Allein schon deshalb führt der Weg zum Sieg über ihn", hielt etwa der Österreicher Franz Stocher fest.

Um die Aussichten im Madison zu optimieren, hat Franco Marvulli auf die Teilnahme am Punktefahren verzichtet. Diesen Entscheid wird der Zürcher allenfalls in dem Moment bereuen, wenn das Schweizer Paar im Madison durch Sturz oder Defekt aus der Entscheidung geworfen würde. 18 Paare sind für den Wettkampf auf der 250 m langen Holzpiste eingeschrieben. Dies bedeutet einigen "Verkehr" auf der Bahn und ein dementsprechend hohes Risiko für Zwischenfälle.

Eine Zweckgemeinschaft

Risis Standardpartner im Sechstage-Geschäft, Kurt Betschart, hatte schon frühzeitig erklärt, dass Olympia für ihn kein Thema mehr sei. So ist es erneut zur Zweckgemeinschaft zwischen Bruno Risi und Franco Marvulli gekommen, die bisher nicht schlecht funktioniert hat. Da ist der Urner mit seiner auf jahrelangen Einsätzen beruhenden Erfahrung. Und da ist der Heisssporn aus Zürich, der zwar bezüglich Taktik auch schon einiges hinzugelernt hat, der aber immer noch der Führung bedarf. Marvulli: "Ich vertraue Bruno blindlings zu 100 Prozent."

Marvulli hat dieses Jahr kaum eine richtige Pause eingelegt und auch einige Dislokationen an die Weltcup-Orte hinter sich. Risi hat Kriterien und Strassenrennen bestritten und sich vorwiegend in heimischer Umgebung vorbereit: "Da kenne ich alle Strassen. Ich konnte die Trainingswerte vergleichen. Daheim war es mir am wohlsten, und meine Frau wusste genau, welche Verpflegung mir am besten mundete."

Automatismen spielen

Die beiden Schweizer sind in dieser Saison nur Ende Mai beim Weltcup in Sydney sowie an der WM in Melbourne zusammen gefahren. Zusammenarbeit und Harmonie sollten beim olympischen Einsatz dennoch kein Problem darstellen. "Wir sind Profi genug. Die Automatismen werden ohne grosse Vorbereitung spielen", hielt Risi zu diesem Punkt fest. Marvulli wird eher der tempofeste Fahrer sein und der Zürcher der Sprinter. In den Sixjours sind die Rollen vertauscht. Da ist Betschart der Roller und Risi der endschnelle Partner.

Wenn nicht aussergewöhnliche Umstände hinzukommen, werden sich die beiden Schweizer zu Beginn der 50-km-Prüfung eher zurückhalten und ihre Gegner beobachten. Dann sollten sie den richtigen Entschluss treffen, ob sie in der 50-km-Prüfung auf die Punktewertungen ausgehen. Vor vier Jahren in Sydney hatten Risi/Betschart auf einen Rundengewinn in der Schlussphase des Rennens gesetzt. Sie kamen bis auf Sichtweite des Harstes. Dann reagierten die Gegner, und der Traum vom Podium endete in der Enttäuschung über den 11. Platz.

Grosse Gegnerschaft

Die wichtigsten Gegner der Schweizer stammen teilweise nicht aus dem Lager der Sechstage-Fahrer. Es sind dies die Weltmeister Juan Curuchet/Walter Perez (Arg) und Miguel Alzamora/Juan Llaneras (Sp). Aber auch Roland Garber/Franz Stocher (Ö), Matthew Gilmore/Graeme Brown (Be), die Franzosen Jérôme Neuville/Franck Perqué, Rob Hayles/Bradley Wiggins (Gb) sowie Robert Slippens/Danny Stam (Ho) und das ungleiche australische Paar mit Greame Brown sowie dem erfolgreichen Strassencrack Stuart O´Grady haben Ambitionen auf einen Medaillengewinn.

Die anderen Paare sind schwierig einzuschätzen. Sie sind vor allem deshalb eine Gefahr, weil sie sich nicht an die Fahrweise der Sechstageprofis halten und für einen unkonventionellen Rennverlauf sorgen können.

(von Toni Nötzli, Athen/Si)

 
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