Schweiz - EU
Bundesrat beschliesst Ersatz für «Horizon 2020»
publiziert: Mittwoch, 25. Jun 2014 / 14:50 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 25. Jun 2014 / 16:59 Uhr

Bern - Seit Annahme der Zuwanderungsinitiative sind Schweizer Forschende von den Fördertöpfen der EU abgeschnitten. Als Ersatz für das Forschungsprogramm «Horizon 2020» hat der Bundesrat nun beschlossen, diese direkt zu unterstützen.

9 Meldungen im Zusammenhang
Im laufenden Jahr stehen dafür rund 500 Millionen Franken zur Verfügung. Das Geld war als Beitrag der Schweiz an «Horizon 2020» vorgesehen. Für die siebenjährige Periode bis 2020 hat das Parlament dafür insgesamt 4,4 Milliarden Franken bewilligt.

«Die finanziellen Mittel eines einzelnen Landes reichen für die Forschung an der Weltspitze in der Regel nicht aus», sagte Bundesrat Johann Schneider-Ammann vor den Bundeshausmedien.

Schweiz ist nunmehr Drittstaat

Insgesamt ist «Horizon 2020» rund 80 Milliarden Euro schwer. Von den Vorgängerprogrammen hatte die Schweiz jeweils profitiert, da Schweizer Forschende wesentlich mehr Fördergelder in Brüssel abholen konnten, als die Schweiz eingezahlt hatte. Seit der Abstimmung vom 9. Februar ist damit Schluss.

Die EU-Kommission legte die Verhandlungen über die Assoziierung der Schweiz an das Forschungsprogramm auf Eis, diese gilt nun als Drittstaat. Forschende aus der Schweiz können sich zwar noch an Projekten im Rahmen von «Horizon 2020» beteiligen, erhalten aber kein Geld aus Brüssel. Auch von anderen Forschungsprogrammen und -initiativen der EU, die mit «Horizon 2020» zusammenhängen, sind sie abgeschnitten.

Forscher ausgeschlossen

Laut Gregor Haefliger, Vizedirektor des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), wurden Forschende wegen der derzeit herrschenden Unsicherheit aus Projektkonsortien ausgeschlossen. Andere Konsortien hätten zum Vornherein auf eine Schweizer Beteiligung verzichtet.

Um Schweizer Forschende wieder zu verlässlichen Projektpartnern zu machen, wird der Bund deren Beteiligung nun direkt finanzieren. Beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF) sind bereits mehr als 250 Gesuche eingegangen, die nun finanziert werden können. Die Gesamtsumme der Projekte beläuft sich auf maximal 440 Millionen Franken.

Dauerkontakt mit Brüssel

Mit dem vom Bundesrat beschlossenen Finanzierungsregime liege für 2014 eine Lösung vor, sagte Schneider-Ammann. Allerdings handle es sich um die «zweitbeste Lösung».

Der Forschungsminister bekräftigte denn auch seine Pläne, die Schweiz so rasch wie möglich vollständig an «Horizon 2020» zu assoziieren. Trotz einseitigem Entgegenkommen der Schweiz in der Kroatien-Frage sind die Gespräche bisher aber nicht wieder in Gang gekommen.

Die Schweiz stehe «im Dauerkontakt mit Brüssel», um den Einstieg wiederzufinden, sagte Schneider-Ammann. Seine Erwartungen scheint er jedoch schon etwas zurückgeschraubt zu haben. Inzwischen spricht er von einer möglichen «Teil-Assoziierung», was den Verzicht auf die Teilnahme an gewissen Programmbereichen bedeuten könnte.

Auch vom Bildungsprogramm «Erasmus+» ist die Schweiz derzeit abgeschnitten. Um den Studentenaustausch sicherzustellen, hat der Bundesrat in dem Bereich bereits Mitte April eine Übergangslösung beschlossen.

(jz/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Wer im Ausland studiert hat, ... mehr lesen
Studierende haben eigentlich nur Vorteile von einem Auslandssemester.
Die Schweiz ist wieder dabei, aber auf Kosten welcher Zugeständnisse?
Bern - Die Schweiz und die EU haben ... mehr lesen
Bern - Die umstrittenen Pläne des ... mehr lesen
«SonntagsZeitung»: Martin Bäumle, Präsident der Grünliberalen, droht der FDP, ihren Bundesrat Johann Schneider-Ammann nach den Wahlen 2015 nicht mehr im Amt bestätigen zu wollen.
José Manuel Barroso reist nach Israel, um das Abkommen unterschreiben zu lassen.
Brüssel - Die EU und Israel legen den Konflikt um die israelische Teilnahme an dem EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 endgültig bei. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ... mehr lesen
Bern - Nach der Erklärung des Bundesrates zu Kroatien hat der Ausschuss der ... mehr lesen
Die EU-Kommission äusserte sich grundsätzlich positiv zum bundesrätlichen Entscheid.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der Bundesrat betont, dass die Übergangslösung gegenüber Erasmus+ mit Einschränkungen verbunden ist.
Bern - Schweizer Studierende ... mehr lesen 1
Brüssel - Bei den Unterhändlern der EU-Staaten ist es am Dienstag beim Schweizer ... mehr lesen 2
Die Zeit für viele EU-geförderte Forschungsprojekte ist schon abgelaufen.
David O'Sullivan fordert von der Schweiz, dass eine Lösung im Fall Kroatien gefunden wird. (Archivbild)
Brüssel - Die EU signalisiert ... mehr lesen
Bern - Der Bundesrat will, dass Schweizer Studierende weiterhin am ... mehr lesen
Schweizer Studierende sollen weiterhin am Erasmus-Programm teilnehmen können.(Symbolbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Der sgv spricht sich für ein ausgewogenes Gesamtpaket aus, das eine moderate Erhöhung des Rentenalters sowie eine leichte Anhebung der Mehrwertsteuersätze beinhaltet.
Der sgv spricht sich für ein ausgewogenes Gesamtpaket aus, das eine ...
Verbände Schon früh hat der sgv vor den finanziellen Folgen einer 13. AHV-Rente gewarnt. Die Finanzierungsvorschläge des Bundesrates, die eine Anhebung der Lohnprozente vorsahen, werden vom Verband als inakzeptabel bezeichnet. Der sgv spricht sich stattdessen für ein ausgewogenes Gesamtpaket aus, das eine moderate Erhöhung des Rentenalters sowie eine leichte Anhebung der Mehrwertsteuersätze beinhaltet. mehr lesen  
Buchhaltung Bern - Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 27. März 2024 beschlossen, die Zinssätze für die ausstehenden Covid-19-Kredite per 31. März 2024 ... mehr lesen  
Die Verzinsung bietet einen Anreiz, Covid-19-Kredite nicht länger als notwendig zu beanspruchen.
Bei einem Treffen am 13. Februar 2024 in Bern diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Kantone, Städte, Gemeinden, Bau- und Immobilienwirtschaft sowie der Zivilgesellschaft unter Leitung von Bundesrat Guy Parmelin Massnahmen zur Behebung der Wohnungsknappheit. Ein Aktionsplan mit über 30 Empfehlungen wurde vereinbart, um das Wohnungsangebot zu erhöhen und qualitativ hochwertigen, erschwinglichen und bedarfsgerechten Wohnraum zu schaffen. mehr lesen  
Für die Solarwirtschaft wurden die Berufe «Solarinstallateur/in EFZ», «Solarmonteur/in EBA» eingeführt.
Um den Anforderungen der Wirtschaft Genüge zu tun  Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat im Jahr 2023 insgesamt 50 neue oder überarbeitete Berufe genehmigt und ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 2°C 7°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Basel 5°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 2°C 5°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig immer wieder Schnee wolkig, wenig Schnee
Bern 4°C 7°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Schneeregenschauer
Luzern 4°C 7°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Genf 6°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 11°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten