Bundesrat prüfte auch Militär-Option zur Geiselbefreiung
publiziert: Samstag, 19. Jun 2010 / 08:20 Uhr / aktualisiert: Samstag, 19. Jun 2010 / 11:33 Uhr
Max Göldi sollte befreit werden, der Bundesrat prüfte dazu alle Optionen.
Max Göldi sollte befreit werden, der Bundesrat prüfte dazu alle Optionen.

Bern - Die Schweizer Regierung hat in der Libyen-Affäre offensichtlich auch eine militärische Option zur Befreiung der beiden Schweizer Max Göldi und Rachid Hamdani geprüft. Dies geht aus einem Interview mit Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hervor.

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Im Interview mit den Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Bund» erklärte Calmy-Rey, dass alle Optionen sorgfältig geprüft worden seien. «Wir sprechen hier über eine einzigartige Krise. Dazu gehört auch das Nachdenken über unkonventionelle Möglichkeiten. Wir müssen immer sämtliche Optionen prüfen.»

«Wenn wir das nicht tun, würde man uns das vorwerfen», gab die Aussenministerin zu bedenken. In den Medien wird seit Freitag über einen militärischen Einsatz zur Befreiung der beiden Schweizer Geiseln spekuliert. Dabei wurde über diverse Szenarien berichtet.

Alle Aspekte sollen beleuchtet werden

Eine Bestätigung, dass eine solche Aktion auch konkret hätte umgesetzt werde sollen, gab es nicht. Calmy-Rey wollte sich im Interview dazu nicht äussern. Schon am Freitag hatte Bundesratssprecher André Simonazzi zu diesem Thema nichts sagen wollen.

Die für die Libyen-Affäre zuständige Subkommission der Geschäftsprüfungskommission will das Verhalten der Behörden während der ganzen Krise ausleuchten. Dazu gehören ausnahmslos alle Aspekte, und, sollten sie sich bewahrheiten, auch militärische Befreiungspläne.

Mediengerüchte unkommentiert

Das sagte Subkommissionspräsident Ständerat Peter Briner (FDP/SH) am Morgen zu einem Bericht von Schweizer Radio DRS. Die Aufgabe der Geschäftsprüfungskommission (GPK) sei es, das Verhalten der Behörden zu untersuchen. Dazu gehörten ausnahmslos alle Aspekte eines bestimmten Geschehens. Die Beurteilung erfolge nach Vorliegen aller Fakten und aufgrund dieser Fakten.

Nicht Aufgabe der GPK sei es hingegen, zu Gerüchten, die aktuell auftauchen, Stellung zu nehmen, sagte Briner. Mediengerüchte, wonach die Schweizer Regierung eine Befreiung der beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer Max Göldi und Rachid Hamdani mit militärischen Mitteln in Betracht gezogen haben könnte, kommentierte er nicht.

Briner erklärte weiter, seine Subkommission führe zahlreiche Anhörungen zur Affäre Gaddafi durch. Dazu gehörten auch Gespräche mit Bundesräten. Die Anhörung von Finanzminister Hans-Rudolf Merz sei für den Donnerstag traktandiert.

(fkl/sda)

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Wer die Hannibal-Fotos den Medien zugespielt hat, ist ungeklärt
staatsopfer
max göldi ist nicht das einzige opfer, dem es schlecht geht. Es sind viele Schweizeropfer, welche durch den Staat unschuldig verarscht werden und ich bin eine davon.Meine beiden schweizerkinder wurden 1990 von der Berner Stadtpolizei nach Kanada ausgeliefert und heute sind ich und die beiden Kinder in der Armutgrenze und ich muss ständig um einen Batzen fragen, damit ich überhaupt überlebe. Als man mir die Kinder gestohlen hat, war ich beim Staat angestellt und heute nach 20 Jahren bin krank, arm und alt und keiner vom Staat gibt mir eine Enschuldigun g, es sei ja verjährt.. Somit gratuliere ich Max Göldi, Sie haben es geschafft, eine Entschuldigung zu erhalten und das noch öffentlich.. Hatten Sie auch Hunger, wie ich, eine Stadt Bernerin.
Interessante Sichtweise
Alle Abschnitte, bis auf den letzten der ist Quatsch, sind interessante Ansichten. Die Terroristen oder andere Despoten, sich selbst ja nicht als die "Bösen". Wenn man es so sieht, kann man die Reaktionen dieser Leute sogar verstehen. Es kommt halt immer auf die Sichtweise an.

Das Sie die Schweiz und Libyen auf die selbe Stufe stellen..... finde ich etwas seltsam.
Die Schweiz übertreibt
Einige Staaten nehmen Geiseln und andere überfallen Länder, wobei über 1 Mio. Menschenleben zu beklagen sind. Unsere Welt ist leider so. Und das ohne Ausnahme.
So gesehen ist das, was der libysche Präsident Gaddafi mit Max Göldi machte, harmlos.

Man bedenke:
Hannibal, der Sohn des libyschen Präsidenten Gaddafi wurde von der Genfer Polizei kurzfristig in Untersuchungshaft genommen. Dabei wurde ein Foto von ihm gemacht und dieses Bild (Gaddafis Sohn in Verbrecherpose), wurde der Presse übermittelt. (Unverständlich).

In der Folge wurde in Libyen der Schweizer Bürger Max Göldi inhaftiert. (Verständlich).

Man stelle sich vor, die schweizerische Polizei macht von all den tausenden Personen, die kurzfristig in U-Haft sind, Bilder in “Verbrecherpose“, und stellt diese den Medien zur Verfügung.

Und jetzt in nachhinein wurde bekannt, dass vor der Freilassung von Herr Göldi, im Bundeshaus Bern darüber spekuliert wurde, ob nicht eine Option bestehe, um Max Göldi mittels schweizerischen Armee-Einsatz aus dem libyschen Gefängnis, zu befreien. (Verrückt).

Nicht auszudenken wenn umgekehrt, Libyen mittels Militäreinsatz, Gaddafis Sohn im Genfer Untersuchungs-Gefängnis, hätte befreien wollen. (Noch verrückter).

Einige der schweizerischen Bundesräte/innen sind dermassen im EU-Spinnengewebe verhangen, dass sie den Boden unter den Füssen verlieren.
(Sie schweben in anderen (höheren) Regionen).
Titel übertreibt
Zwischen Option prüfen und "hätte mit Militärgewalt geholt" besteht doch ein wesentlicher Unterschied. Die Option war offensichtlich unrealistisch. Jetzt, wo die Geiseln nicht mehr in Libyen sind, kann man ja leicht grosse Töne spucken.
.
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