Luftverkehr

Bundesrat will Innovationspark und ziviles Flugfeld in Dübendorf

publiziert: Mittwoch, 3. Sep 2014 / 15:17 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 3. Sep 2014 / 16:26 Uhr
Die Armee und die Rettungsflugwacht Rega sollen in Dübendorf stationiert bleiben. (Symbolbild)
Die Armee und die Rettungsflugwacht Rega sollen in Dübendorf stationiert bleiben. (Symbolbild)

Bern - Der Bundesrat plant auf dem Militärflugplatz Dübendorf ZH einen Standort des nationalen Innovationsparks und einen zivilen Flugbetrieb. Damit könnte sich die Zahl der Flugbewegungen in etwa verdoppeln. Und die Luftwaffe behält eine Basis in Dübendorf.

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Mit diesem Entscheid folgte der Bundesrat am Mittwoch dem Antrag des Verkehrsdepartements (UVEK), des Verteidigungsdepartements (VBS) und des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Der Entscheid für die Dreiernutzung soll zudem die grösste strategische Landreserve sichern- die 230 Hektaren gehören dem Bund.

Die Luftwaffe wird einen kleinen Teil des Flugplatzes hauptsächlich für Helikopterflüge nutzen, wie Verteidigungsminister Ueli Maurer in Bern vor den Medien ausführte. Die Basis werde von der Rettungsflugwacht Rega und der Kantonspolizei Zürich benutzt, die ebenfalls einen Helikopter habe.

Bei Bedarf soll das VBS auch die künftig zivil genutzte Piste benutzen können. Die Bundesbasis werde frühestens im Jahr 2022 für die Benutzung bereit sein, sagte Maurer.

"Nicht die beste Nachricht"

Künftig und für vorerst 30 Jahre sollen in Dübendorf aber vorwiegend zivile Flugzeuge starten und landen. "Für die lokale Bevölkerung ist das nicht die beste Nachricht", räumte Verkehrsministerin Doris Leuthard ein. Der Bundesrat nehme Bedenken wegen des Lärms ernst. Für Anwohner gebe es Mitsprachemöglichkeiten und Beschwerderechte.

Für den Flugbetrieb gebe es strikte Auflagen, stellte Leuthard klar. Er müsse sich an die Lärm-Grenzwerte und an festgelegte Betriebszeiten halten. Möglich wären damit nach Schätzungen des Bundes bis zu rund 28'000 Flugbewegungen im Jahr. Heute sind es rund 14'500. Linien- und Charterflüge werden nicht erlaubt sein.

Das Flugfeld soll vor allem für Geschäftsfliegerei, Leichtaviatik und Werkflüge genutzt werden. Wegen des Planungs- und Bewilligungsverfahren sei eine Betriebsaufnahme vor 2020 nicht realistisch, sagte Leuthard. Bis der zivile Flugbetrieb anläuft, wird das VBS den Betrieb des Flugplatzes sicherstellen.

Von privatem Konsortium betrieben

Betrieben wird der Flughafen von Privaten. Der Bundesrat entschied am Mittwoch, Vertragsverhandlungen mit dem Konsortium Flugplatz Dübendorf AG aufzunehmen. Diesem Zusammenschluss gehören Unternehmen der Geschäftsfliegerei und die Rega an.

Leer ausgegangen ist die TopMotion GmbH, die mit dem Air Force Center Dübendorf verbunden ist. Das Konzept der Flugplatz Dübendorf AG habe den Bundesrat überzeugt, weil es einen selbsttragenden Betrieb vorsehe, wirtschaftlich sei und das Konsortium dem Bund einen Baurechtszins bezahle, sagte Leuthard zur Auswahl.

Nach dem Auslaufen der 30-jährigen zivilen Betriebsbewilligung kann erneut über die Nutzung des Flugfeldes in Dübendorf entschieden werden. Möglich wäre es dann, den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten oder das Flugfeld anderweitig zu verwenden.

Ungefähr 70 Hektaren Land in Dübendorf schliesslich sind für den Zürcher Hub des nationalen Innovationsparks vorgesehen. Dem Kanton Zürich soll diese Fläche in mehreren Etappen zur Verfügung gestellt werden. Bis Ende Jahr will der Bundesrat Einzelheiten dieser Landabtretung geklärt haben. Danach geht das Geschäft ans Parlament.

Kein Asylzentrum

Laut einem Bericht der "SonntagsZeitung" vom 31. August beantragte Justizministerin Simonetta Sommaruga in einem Mitbericht, einen Teil des dem Bund gehörenden Flugplatzgeländes für ein Asylzentrum zu nutzen, sollte Dübendorf als Standort für den Innovationspark gewählt werden.

Maurer sagte dazu, dass mit dem Kanton Zürich Verhandlungen über mehrere Standorte liefen und der Bundesrat nach der Zusprache des Innovationsparkes auf die Kooperationsbereitschaft des Kantons Zürich setze. Doch mit der Nutzung des Flugplatzgeländes in Dübendorf habe diese Standortsuche nicht direkt zu tun.

(awe/sda)

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