Bundesratsparteien kritisieren Millionensaläre

publiziert: Montag, 15. Mrz 2010 / 15:42 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Mrz 2010 / 16:24 Uhr
Die Millionensaläre der UBS stossen im Nationalrat sauer auf.
Die Millionensaläre der UBS stossen im Nationalrat sauer auf.

Bern - Die Bundesratsparteien haben die Millionensaläre für die UBS-Spitze erwartungsgemäss scharf kritisiert. Als besonders stossend empfinden SVP und SP Abgangsentschädigungen.

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FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli zeigte sich erstaunt. Als Bürger finde er diese Löhne unglaublich hoch, sagte Pelli gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Als Politiker habe er Mühe dies zu verstehen, brauche aber Zeit, um den Sachverhalt zu prüfen. Er vermute, dass die Entschädigungen von der Finanzmarktaufsicht (FINMA) abgesegnet worden seien.

SVP-Präsident Toni Brunner kritisierte auf Anfrage die «mehr als fragwürdig hohen UBS-Vergütungen» angesichts eines Geschäftsjahres mit immer noch immensen Verlusten. Lamentieren nütze aber Nichts, jetzt müsse gehandelt werden, sagte Brunner. Die «Nagelprobe» finde am Mittwoch im Parlament statt, wo über Vorschläge im Rahmen des direkten Gegenvorschlages zur Minder-Initiative abgestimmt werde.

Debatte um variable Lohnbestandteile

Die SVP fordere bei grossen Finanzdienstleistern, dass an der Generalversammlung auch über variable Lohnbestandteile inklusive Boni abgestimmt werde, sagte Brunner. Der relativ grosse Betrag der 2009 bei der UBS an ehemalige Verwaltungsratsmitglieder bezahlt worden sei, ist der SVP ebenfalls ein Dorn im Auge. Ihr Vorschlag zielt auf einen generellen Verzicht auf Abgangsentschädigungen.

SP-Präsident Christian Levrat bezeichnete die Überweisungen an die ehemaligen UBS-Verantwortlichen Marcel Rohner und Peter Kurer als besonders stossend und verantwortungslos. In einem «ordentlichen System» hätten diese vor ein Gericht gehört. Er hätte von der UBS erwartet, dass sie diese beiden Herren anklagen würde, statt ihnen einige Millionen «unter welchem Titel auch immer» zu überweisen.

Wenig Verständnis

Auch CVP-Präsident Christoph Darbellay zeigte wenig Verständnis für die Millionenbezüge. In einem schlechten Geschäftsjahr sollten die Manager dafür geradestehen und auf Boni verzichten, sagte Darbellay.

Mit dem CVP-Gegenvorschlag zur Minder-Initiative sollten neue Leitplanken gesetzt werden. Die Aktionärsdemokratie solle gestärkt und bei Lohnexzessen die Boni zurückgefordert werden können.

 

(tri/sda)

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Schade aber
Nur schade Hubabuba dass die Abzocker-Initiative die schwarzen Schafe auch nicht stoppen wird. Sie wird nutzlos sein, weil man gar nicht alle Löcher stopfen kann.

Zweitbezüge durch Consultant Rechnung über Drittfirmen. Anstellungen bei Tochergesellschaft mit anderer Rechtsform, Verlegung des juristischen Firmensitzes, "Ich-AGs" als Shareholder oder man zahlt nicht cash sondern bezahlt die 25 Zimmervilla, 5 Autos und ein G500 Jet via Firmenkosten, also weitere Millionen in Fringe Benefits. Etc. etc.

Das sind nur einige die mir in 15 Sekunden einfallen und ich kenne den Gesetzestext nicht und bin nicht Anwalt. Mit Sicherheit wird das Gesetz jedoch so löchrig wie Schweizer Käse.

Solange es Gelder von Privatfirmen ohne Staatshilfe sind und die Aktionäre den Zirkus mitmachen, ist es mir eigentlich egal. Deswegen sollten wir unsere Standortvorteile gegen USA und UK nicht verlieren und uns wirtschaftlich selber fertig machen.

Obwohl ich diese Bezüge auch unmoralisch finde.
Schamlos und unverantwortlich
Vielleicht erwachen die Parlamentarier nun und machen Nägel mit Köpfen. http://www.cash.ch/news/topnews/ubs_hunderte_millionen_fuer_abgangsent.... Vermutlich wird es aber so kommen, wie immer - viel lamentieren und nichts unternehmen. Zum Glück existiert die Abzocker-Initiative.
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