Schweiz - Italien

Burkhalter sieht Steuerabkommen mit Italien auf Zielgeraden

publiziert: Dienstag, 29. Jul 2014 / 17:37 Uhr
Bundespräsident hat über Finanzen und Steuern gesprochen.
Bundespräsident hat über Finanzen und Steuern gesprochen.

Rom - Bundespräsident Didier Burkhalter hat am Dienstag mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi in Rom den Rahmen eines Steuerabkommens zwischen der Schweiz und Italien besprochen. Laut Burkhalter gebe es «konkrete Chancen» für ein Abkommen in den nächsten Wochen.

5 Meldungen im Zusammenhang
Allerdings müsse noch intensiv daran gearbeitet werden. Es war das erste Treffen eines Bundesrats mit Renzi. Im Mai 2012 waren die Gespräche über ein neues Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Italien wieder aufgenommen worden. Diese kamen aber wegen Neuwahlen und wechselnder Regierungskabinette in Italien nur schleppend voran.

Wie Burkhalter bei einer Medienkonferenz mit der italienischen Aussenministerin Federica Mogherini in Rom sagte, hat er mit Renzi die Steuerfragen «direkt und offen» besprochen.

Renzi - seit Februar dieses Jahres italienischer Ministerpräsident - habe sich damit einverstanden erklärt, dass das Steuerpaket drei Elemente beinhalte: Die Regularisierung der in der Vergangenheit in der Schweiz versteckten Schwarzgelder, Informationsaustausch und schwarze Listen sowie die Besteuerung der italienischen Grenzgänger.

Der italienische Regierungschef sehe ein, dass diese drei Elemente für ein Abkommen notwendig seien. «Es gibt konkrete Aussichten auf ein ausgewogenes Abkommen», so Burkhalter weiter. Er habe Renzi zu einem Besuch nach Bern eingeladen, um das Thema Steuerabkommen zu vertiefen.

Weltexpo auch für Schweiz wichtig

Auch Themen wie Energie, Infrastruktur und Einwanderung wurden beim Treffen zwischen Burkhalter und Renzi angesprochen. Dabei hob der Bundespräsident die Bedeutung der Weltexpo 2015 in Mailand hervor, bei der die Themen Ernährung und Lebensmittelsicherheit im Vordergrund stehen.

Die Schweiz habe von Anfang an das Projekt der Weltexpo in Mailand unterstützt. «Der Erfolg der Weltexpo ist auch für die Schweiz wichtig», so Burkhalter. Italien sei immerhin nach Deutschland und den USA der drittgrösste Handelspartner der Schweiz.

Italien hat seit dem 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft inne. Burkhalter betonte das gegenseitige Interesse an einer Fortführung und Konsolidierung des bilateralen Wegs der Schweiz mit der Europäischen Union. Dabei seien Themen wie Energie und grosse Infrastrukturprojekte besonders wichtig.

Appell für Waffenstillstand in Ukraine

Bei ihrem Arbeitstreffen berieten Renzi und Burkhalter auch über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen der EU-Ratspräsidentschaft und dem OSZE-Vorsitz, insbesondere hinsichtlich der Krise in der Ukraine. Der Schweiz kommt als gegenwärtige Vorsteherin der OSZE im Ukraine-Konflikt derzeit eine besondere diplomatische Rolle zu.

Burkhalter appellierte für einen sofortigen Waffenstillstand, damit die mit den Ermittlungen um den Absturz des Flugzeuges der Malaysian Airlines beauftragten Behörden Zugang zum Gelände erhalten können, auf dem sich die Reste der Maschine befinden.

Aussenministerin Mogherini sagte, sie unterstütze den Versuch der OSZE, den Dialog in der Ukraine wieder in Gang zu bringen, und dass die Organisation helfe - sobald die Bedingungen dazu gegeben seien - politische Wahlen zu organisieren und den Osten des Landes zu entwaffnen. Zudem sprach sie sich für eine neue Mission zur Kontrolle der Grenze zu Russland aus.

Bundespräsident Burkhalter tauschte sich mit Mogherini des weiteren über die Lage im Nahen Osten und in Libyen aus. Die Schweiz habe einen Aktionsplan für wirtschaftliche und humanitäre Initiativen in Nordafrika entworfen, der jetzt mit Italien koordiniert werden soll.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Mailand - Ein Doppelbesteuerungsabkommen sowie eine Roadmap für den ... mehr lesen
Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf: Ein bedeutender Tag.
Umsetzungsarbeiten zur Zuwanderungsinitiative bildeten das Hauptthema .
Bern - Bundespräsident Didier Burkhalter hat an den Von-Wattenwyl-Gesprächen auf positive Entwicklungen in den Beziehungen zur EU hingewiesen. Die Umsetzungsarbeiten zur ... mehr lesen
Die schweizerische und italienische Polizei arbeiten künftig besser zusammen.
Bern - Die Schweiz und Italien wollen die polizeiliche Zusammenarbeit verstärken. Der Bundesrat hat heute eine Botschaft zu einem neuen bilateralen Abkommen verabschiedet, welches das ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Insolvenzentschädigungen können jetzt digital abgewickelt werden.
Insolvenzentschädigungen können jetzt digital abgewickelt werden.
ASALfutur, das Projekt zur Modernisierung der Arbeitslosenversicherung, erreicht einen weiteren Meilenstein. Seit Anfang Juni können Insolvenzentschädigungen über das neue, digitale System ASAL 2.0 abgewickelt werden. mehr lesen 
Publinews Angesichts der stetig steigenden Immobilienpreise und der sinkenden Wohneigentumsquote in der Schweiz bietet ... mehr lesen  
Besonders vielversprechend sind Wohnprojekte, bei denen gemeinnütziges Wohneigentum mit Mietwohnungen kombiniert wird.
Die meisten Tourismusregionen verzeichneten in der Wintersaison 2023/24 ein Plus an Übernachtungen.
Die Schweizer Hotellerie erzielte in der touristischen Wintersaison (November 2023 bis April 2024) einen neuen historischen Höchstwert ... mehr lesen  
Publinews Am 14. Mai führte Bundesrat Guy Parmelin Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Schweizer Exportbranche über die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und die Entwicklungen im Bereich des Freihandels. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 16°C 26°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
Basel 16°C 27°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
St. Gallen 13°C 24°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
Bern 14°C 26°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
Luzern 16°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
Genf 16°C 26°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
Lugano 17°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten