Busfahrer verärgern Einheimische

publiziert: Donnerstag, 11. Feb 2010 / 14:48 Uhr

Die oft ortsunkundigen und aus dem kanadischen Flachland stammenden Olympia-Busfahrer verärgern die sonst so entspannten Bergbewohner in Whistler massiv.

Die Busfahrer sorgen in Whistler für Verkehrsbehinderungen. (Symbolbild)
Die Busfahrer sorgen in Whistler für Verkehrsbehinderungen. (Symbolbild)
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«Einer der Fahrer wusste nicht einmal, wo das Zentrum von Whistler liegt. Einem anderen musste man erklären, wie er in die Strasse Alpine Meadows einbiegen musste. Das ist schon sehr seltsam. Ich bin gespannt, wie das werden soll, wenn alle Athleten, Medien und Besucher tatsächlich da sind», sagt Geoff Bate, der in Whistler wohnt und seit Wochen mit zahlreichen Verkehrsbehinderungen zu kämpfen hat.

Einfach mal mit dem Auto zu den Skiliften zu fahren, liegt für die Bewohner von Whistler Mountain nicht mehr drin. Die Parkplätze sind für Olympia gesperrt, überall stehen Beamte in gelb-orangenen Uniformen und regeln den Verkehr. Das gleiche Problem haben auch die Touristen, die sich ihre Ferien trotz Olympia etwas entspannter vorgestellt haben. «Wir wollten ein wenig vom olympischen Flair mitnehmen. Jetzt geht es hauptächlich darum, zu erkunden, wie man von A nach B kommt», sagt die Amerikanerin Helene Richardson.

Dass das Problem schwer zu lösen ist, erkennt man daran, dass Manuel Achadinha, Chef des Busunternehmens «B.C. Transit», in den letzten Tagen immer wieder persönlich mitfuhr, um den Fahrern die Wege im Olympia-Ort zu erklären. «Wir haben über 250 Fahrer aus ganz Kanada und den USA, die nur für die Spiele zu uns kommen und für uns die Fahrten durchführen», sagt Achadinha: «Einige waren noch nie in Whistler, und wir hatten auch nur fünf, sechs Tage Training, damit sie alles kennenlernen.»

Erinnerungen werden wach

Erinnerungen an die Olympischen Spiele vor vier Jahren in Turin werden wach, als Busfahrer aus Sardinien durch die Berge in Sestriere bretterten und bei dem einen oder anderen Fahrgast massive Ängste auslösten. «Wir werden alles unternehmen, um die anfänglichen Schwierigkeiten endlich in den Griff zu bekommen», sagt Achadina, der wegen des Chaos eine Feriensperre ausgesprochen hat.

Doch nicht nur die orientierungslosen Fahrer nerven die lokale Bevölkerung. Auch normale Bushaltestellen wurden einfach verlegt. «Ich habe über eine Stunde auf meinen Bus nach Hause gewartet. Es war schrecklich. Dann kam ein Volunteer und sagte mir, dass die Haltestelle verlegt wurde. Das wäre ja kein Problem, wenn es wenigstens angeschrieben würde, dass man sich als Einheimischer daran orientieren kann. Der Bus kam dann auch nicht, und ich wartete eine weitere halbe Stunde an der neuen Haltestelle an der Main Street», sagt Bate, der davon überzeugt ist, dass sich das Problem in den kommenden Tagen wegen des Besucherandrangs noch verstärken wird.

Auch andernorts gibt es Probleme. Auf dem Weg hinauf nach Cypress Mountain blieben mehrere Busse liegen. Auch das kanadische Buckelpisten-Team hatte Pech: Gleich an zwei Tagen nacheinander endete die Fahrt zur Wettkampfstätte auf halber Strecke. «Die Busse sind aus Kalifornien. Einige sind in Ordnung, aber die älteren Modelle machen Probleme», sagte Terry Wright, beim Organisationskomitee VANOC unter anderem für Transport zuständig. Die Organisatoren zogen die Konsequenzen: 99 neue Busse wurden bestellt, die mit stärkeren Motoren ausgestattet sind.

(pad/Si)

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