Calmy-Rey: «Das Jahr 2009 hat Nerven gekostet»
publiziert: Mittwoch, 23. Dez 2009 / 19:41 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 23. Dez 2009 / 21:54 Uhr

Bern - Aussenministerin Micheline Calmy-Rey hat die Libyen-Affäre als schwierigste Herausforderung des Jahres 2009 bezeichnet. Es handle sich in erster Linie um ein menschliches Drama, sagte Calmy-Rey in einem Interview mit der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens.

Die Auseinandersetzung sei in erster Linie ein humanitäres Drama, sagte Calmy-Rey.
Die Auseinandersetzung sei in erster Linie ein humanitäres Drama, sagte Calmy-Rey.
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«Das ist kein politisches Drama, denn Libyen ist kein strategischer Partner. Aber es ist ein humanitäres Drama. Wir denken jeden Tag an diese Menschen», sagte die Bundesrätin.

Über ihre Strategie gegenüber Libyen und die laufenden Prozesse gegen die beiden festgehaltenen Schweizer Geschäftsleute wollte die Aussenministerin nichts sagen. Sie sicherte ihnen weiterhin die Unterstützung zu: «Wir denken alle an diese beiden Schweizer. Ich glaube, das ist für beide sehr wichtig», sagte Calmy-Rey.

Feuerwehr spielen

Das aussenpolitische Jahr 2009 habe Nerven gekostet, sagte Calmy-Rey in dem Interview weiter: «Ich habe es ein wenig satt, wir mussten viele Male Feuerwehr spielen. Es war wirklich schwierig.»

Gleichzeitig verwies Calmy-Rey auch auf aussenpolitische Erfolge. Zu diesen gehöre die Vermittlung zwischen Armenien und der Türkei, aber auch das Präsidium des Europarates, das Schutzmacht-Mandat für Georgien und Russland, die «Deeskalation nach der Minarett-Abstimmung» sowie die Kandidatur von Joseph Deiss für das Präsidium der UNO-Generalversammlung.

Entscheide immer als Kollegium gefällt

Die Aussenministerin äussert sich auch zu den Vorwürfen, der Bundesrat habe zu spät auf Krisen reagiert und sei nicht einheitlich aufgetreten: «Wir hätten sicher in der Kommunikation besser arbeiten können. Aber dass wir nicht als Kollegium gearbeitet haben, das stimmt nicht. Wir haben die nötigen Entscheide immer als Kollegium gefällt.»

Die Schweiz sei international nach wie vor gut vernetzt. Aber man habe oft nicht dieselben Interessen wie andere Staaten - dies zeige sich derzeit in der Steuerfrage. Die Schweiz habe aber bewiesen, dass man als Kleinstaat seine Interessen auch gegen eine Grossmacht wie die USA verteidigen könne.

(smw/sda)

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