Calmy-Rey für verstärkten Dialog der Kulturen

publiziert: Freitag, 22. Sep 2006 / 20:49 Uhr

New York - Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sieht die Schweiz als möglichen Brückenbauer an der UNO.

Zahlreiche Treffen mit Amtskollegen standen auf dem Programm.
Zahlreiche Treffen mit Amtskollegen standen auf dem Programm.
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An der UNO-Generalversammlung trat sie für einen verstärkten Dialog zwischen den christlichen und islamischen Kulturen ein. Mit ihren grossen diplomatischen Erfahrungen könne die Schweiz ihren Beitrag leisten, sagte Calmy-Rey vor Medienvertretern am Rande der UNO-Generaldebatte in New York. Da die Schweiz gerne Gastland sei, sei durchaus denkbar, dass Genf als Dialogplattform eine Rolle spiele.

Am Nachmittag traf die Aussenministerin ihren Amtskollegen Manutschehr Mottaki aus Iran. Im Streit um das iranische Urananreicherungsprogramm hofft sie auf eine diplomatische Lösung. Die Schweiz unterstützt dabei die Verhandlungsbemühungen der Europäischen Union.

Calmy-Rey betonte weiter die Notwendigkeit von Reformen des Sicherheitsrates. Dieser müsse zum einen erweitert, zum anderen eine transparentere Arbeitsweise annehmen. Als grossen Schweizer Erfolg wertet Calmy-Rey die Einsetzung eines UNO-Menschenrechtsrates.

Treffen der Aussenministerin mit Amtskollegen

In den zahlreichen Treffen der Aussenministerin mit Amtskollegen seien auch Fragen des internationalen Rechts im Falle der Terrorbekämpfung und der Haftbedingungen von Terrorverdächtigen diskutiert worden. Calmy-Rey plädiert dabei auf vollste Einhaltung der Genfer Konventionen.

Der UNO-Beauftragte für Kosovo, der Finne Matti Athisaari, setzte die Aussenministerin über die mangelnden Fortschritte der Gespräche über den politischen Status von Kosovo ins Bild.

Die Schweiz hat ein Interesse an der Lösung dieser Frage, weil sich zehn Prozent der Bevölkerung Kosovos gegenwärtig in der Schweiz aufhalten und bei einer friedlichen Entwicklung ihres Heimatlandes wieder dahin zurück kehren könnten.

Sie verteidigte die Bemühungen, die die Schweiz an der UNO verfolgt. Ohne aktive Diplomatie habe die Schweizer Aussenpolitik kein Profil, sagte Calmy-Rey. Die Schweiz müsse sich auch die Frage stellen, ob sie eines Tages selbst im Sicherheitsrat sitzen wolle.

(smw/sda)

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