Cannavaro ist Fussballer Europas 2006

publiziert: Montag, 27. Nov 2006 / 20:23 Uhr

Fabio Cannavaro, der im Sommer mit Italien Weltmeister geworden war, setzte sich vor Landsmann Gianluigi Buffon und dem Franzosen Thierry Henry durch.

Sein Geheimrezept: «Viel Schlaf, gutes Essen und regelmässiger Sex.»
Sein Geheimrezept: «Viel Schlaf, gutes Essen und regelmässiger Sex.»
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Fabio Cannavaro (33) ist zum Fussballer Europas 2006 gewählt worden.

Cannavaro nahm den Preis, den seit 1956 von der französischen Fachzeitschrift «France Football» vergebenen «Ballon d´or», anlässlich einer Gala in Paris entgegen.

Er erhielt von den Sportjournalisten aus den 52 Mitgliedverbänden der UEFA 173 von 260 Stimmen.

Hinter dem Neapolitaner klassierten sich Buffon (Juventus Turin/124 Stimmen), Henry (Arsenal/121), Vorjahres-Sieger Ronaldinho (Barcelona/73) und Zinédine Zidane (Real Madrid/71).

Unter den 50 nominierten Fussballern befand sich kein Schweizer.

Nach 10 Jahren ein Verteidiger

Erstmals seit 1996, als der Deutsche Matthias Sammer geehrt worden war, erhielt wieder ein Verteidiger den prestigeträchtigen Preis zugesprochen.

Cannavaro, der fünfte italienische «Ballon d´or», verdiente sich die Auszeichnung in erster Linie wegen seiner Leistung während der Weltmeisterschaft in Deutschland als Captain der italienischen Nationalmannschaft.

Mit Juventus Turin ist er in diesem Jahr zudem - auf dem Rasen - italienischer Meister geworden. Nach dem Zwangsabstieg der Turiner wechselte der 105-fache Internationale zu Real Madrid.

Weil Cannavaro in Madrid den Tritt noch nicht gefunden hat, stiess seine Wahl nicht nur auf positives Echo.

Kampagne gegen Henry

Der ehemalige italienische Nationalcoach Arrigo Sacchi hätte sich Buffon als Titelträger gewünscht, Frankreichs Nationalcoach Raymond Domenech seinen Schützling Henry, der 2006 den WM- und mit Arsenal den Champions-League-Final erreichte.

Lyons Trainer Gérard Houllier sagte gar: «Das ist der grösste Skandal - gegen Thierry Henry gab es eine Kampagne.»

Im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten unter den besten 50 Spielern Europas ist Cannavaro kein Filigrantechniker.

Der 33-Jährige besticht durch ausserordentliche Fähigkeiten im Zweikampf, im Stellungsspiel und bemerkenswerten Führungsqualitäten, die er insbesondere während der WM unter Beweis stellte, als er das vom Bestechungsskandal gebeutelte Italien zum vierten WM-Triumph führte.

Buffon bezeichnet ihn als «Kämpfer, der ein Fussballspiel als Schlacht versteht.»

Der dritte geehrte Verteidiger

Nach Sammer und Franz Beckenbauer ist Cannavaro, der während der WM 1990 als Balljunge im Einsatz stand, erst der dritte Verteidiger, der in der Siegerliste des «Ballon d´or» auftaucht, wobei seine beiden Vorgänger ihre Karriere jeweils als Mittelfeldspieler begonnen hatten.

Der relativ kleingewachsene Balleroberer stach alle technisch versierteren Konkurrenten aus. Sein Geheimrezept? «Viel Schlaf, gutes Essen und regelmässiger Sex.»

Ballon d´or 2006:
1. Fabio Cannavaro (It/Real Madrid) 173 Punkte. 2. Gianluigi Buffon (It/Juventus Turin) 124. 3. Thierry Henry (Fr/Arsenal) 121. 4. Ronaldinho (Br/FC Barcelona) 73. 5. Zinédine Zidane (Fr/Real Madrid) 71. 6. Samuel Eto´o (Kam/FC Barcelona) 67. 7. Miroslav Klose (De/Werder Bremen) 29. 8. Didier Drogba (Elfenbeinküste/Chelsea) 25. 9. Andrea Pirlo (It/AC Milan) 17. 10. Jens Lehmann (De/Arsenal) 19.

Die bisherigen «Ballon d´or»-Gewinner:
1956 Sir Stanley Matthews (England/Blackpool) 1957 Alfredo Di Stefano (Spanien/Real Madrid) 1958 Raymond Kopa (Frankreich/Real Madrid) 1959 Alfredo Di Stefano (Spanien/Real Madrid) 1960 Luis Suarez (Spanien/FC Barcelona) 1961 Omar Sivori (Italien/Juventus Turin) 1962 Josef Masopust (CSSR/Dukla Prag) 1963 Lew Jaschin (UdSSR/Dynamo Moskau) 1964 Denis Law (Schottland/Manchester United) 1965 Eusebio (Portugal/Benfica Lissabon) 1966 Bobby Charlton (England/Manchester United) 1967 Florian Albert (Ungarn/Ferencvaros Budapest) 1968 George Best (Nordirland/Manchester United) 1969 Gianni Rivera (Italien/AC Milan) 1970 Gerd Müller (Deutschland/Bayern München) 1971 Johan Cruyff (Holland/Ajax Amsterdam) 1972 Franz Beckenbauer (Deutschland/Bayern München) 1973 Johan Cruyff (Holland/FC Barcelona) 1974 Joahn Cruyff (Holland/FC Barcelona) 1975 Oleg Blochin (UdSSR/Dynamo Kiew) 1976 Franz Beckenbauer (Deutschland/Bayern München) 1977 Allan Simonsen (Dänemark/Borussia Mönchengladbach) 1978 Kevin Keegan (England/Hamburger SV) 1979 Kevin Keegan (England/Hamburger SV) 1980 Karl-Heinz Rummenigge (Deutschland/Bayern München) 1981 Karl-Heinz Rummenigge (Deutschland/Bayern München) 1982 Paolo Rossi (Italien/Juventus Turin) 1983 Michel Platini (Frankreich/Juventus Turin) 1984 Michel Platini (Frankreich/Juventus Turin) 1985 Michel Platini (Frankreich/Juventus Turin) 1986 Igor Belanow (UdSSR/Dynamo Kiew) 1987 Ruud Gullit (Holland/PSV Eindhoven/AC Milan) 1988 Marco van Basten (Holland/AC Milan) 1989 Marco van Basten (Holland/AC Milan) 1990 Lothar Matthäus (Deutschland/Inter Mailand) 1991 Jean-Pierre Papin (Frankreich/Olympique Marseille) 1992 Marco van Basten (Holland/AC Milan) 1993 Roberto Baggio (Italien/Juventus Turin) 1994 Hristo Stojtschkov (Bulgarien/FC Barcelona) 1995 George Weah (Liberia/Paris St-Germain/AC Milan) 1996 Matthias Sammer (Deutschland/Borussia Dortmund) 1997 Ronaldo (Brasilien/FC Barcelona/Inter Mailand) 1998 Zinedine Zidane (Frankreich/Juventus Turin) 1999 Rivaldo (Brasilien/FC Barcelona) 2000 Luis Figo (Portugal/FC Barcelona/Real Madrid) 2001 Michael Owen (England/Liverpool) 2002 Ronaldo (Brasilien/Inter Mailand/Real Madrid) 2003 Pavel Nedved (Tschechien/Juventus Turin) 2004 Andrej Schewtschenko (Ukraine/AC Milan) 2005 Ronaldinho (Brasilien/Barcelona)

(dl/Si)

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