Captain Frei: «Situation ist nicht wahnsinnig toll»

publiziert: Dienstag, 18. Nov 2008 / 22:16 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 19. Nov 2008 / 00:05 Uhr

Das Schweizer Nationalteam beschliesst ein turbulentes Jahr mit dem WM-Test gegen Finnland. St. Gallen ist auch der Schauplatz für Spieler, die derzeit nicht zum Kern der Equipe von Ottmar Hitzfeld gehören. Alex Frei macht sich derweil Gedanken zur Zukunft in Dortmund.

Alex Frei will den Anhängern am liebsten ein Glücksgefühl bereiten.
Alex Frei will den Anhängern am liebsten ein Glücksgefühl bereiten.
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Am Ende der EM-Saison will die SFV-Auswahl auch in veränderter Formation die positiven Eindrücke der «Oktober-Doublette» mit den Siegen gegen Lettland und Griechenland konservieren. Einen tristen Auftritt wie jenen vor zwölf Monaten gegen Nigeria (0:1) hat kein Schweizer Vertreter mehr im Sinn.

Einem der «besseren Länderspiele der Schweiz» (Alex Frei) soll ein weiteres gutes folgen. Captain Frei wünscht sich, dass die Anhänger das Stadion mit einem Glücksgefühl verlassen können. Der fehlende Wettkampfcharakter sei kein Faktor: «Es ist schon ein Unterschied, ob man zwei Jahre lang nur Testspiele bestreitet oder jetzt mal den nächsten Ernstkampf vorbereiten kann.»

Hitzfeld prüft beim «Jahresabschluss» auf vier Positionen Alternativen. Er will Keeper Marco Wölfli (YB), Linksverteidiger Reto Ziegler (Sampdoria), Johan Djourou (Arsenal) in der Innenverteidigung und Rückkehrer Blerim Dzemaili an der Seite des zentral gesetzten Gökhan Inler eine «echte Chance» geben, sich in einer gefestigten Gruppe zu präsentieren. Deshalb wird er das Quartett von Beginn weg spielen lassen.

Frei hat kein Verständnis

Zumindest am Tag vor dem Vergleich mit Finnland blieb dem Schweizer Topskorer Frei aber auch Zeit, sich mit einem anderen Brennpunkt seines Fussballer-Lebens zu befassen. In sicherer (medialer) Entfernung von Dortmund dachte der 29-jährige Stürmer laut -- und wohl auch bewusst -- über seine Situation bei der Borussia nach. Die Rolle als Joker passt ihm überhaupt nicht.

«Ich bin eigentlich keiner, der in der Zeitung eine Personaldiskussion anzettelt. Das ist nicht mein Stil und wäre ja auch unfair gegenüber meinen Teamkollegen», entschuldigte sich Frei prophylaktisch für seinen Diskurs zum Thema «Frei und Dortmund». Aber seine persönliche Lage sei nun mal «nicht wahnsinnig toll». Weshalb er seinen Stammplatz verloren hat, ist ihm nicht klar.

Es gebe verschiedene Auffassungen darüber, weshalb man auf der Bank sitze, fuhr Frei fort. Offenbar zweifeln sie in Dortmund an seiner körperlichen Verfassung und muten ihm nur Teileinsätze zu. Frei selber deklariert sich als hundertprozentig fit: «Ich habe körperlich keine Probleme und die gleichen Laktatwerte wie meine Kollegen in Dortmund oder in der Schweizer Nationalmannschaft.»

Seine zuletzt häufigen Verletzungspausen erachtet Frei demnach nicht als Grundproblem. Er vermisst in Dortmund momentan offenbar den Support, den er sich aufgrund seiner Verdienste wünscht. «Ich bin zwei Jahre und ein paar Monate in Dortmund. Davon war ich rund ein Jahr lang verletzt. In 15 Fussball-Monaten habe ich in 53 Spielen 28 Tore geschossen. Das kann sich sehen lassen.»

Das Gespräch mit Trainer Jürgen Klopp suchte Frei bislang nicht dezidiert. Aber irgendwann komme schon der Zeitpunkt, «wo ich meine Sicht der Dinge darlegen werde». Verzweifelt wirkt Frei gleichwohl nicht. In Rennes habe er ja ähnlich schwierige Phasen durchlebt. Der Frust setzt bei ihm auch Energien frei: «Ich werde mich zurückkämpfen.»

Im Nationalteam das Schwergewicht

«Aber reden wir doch wieder über die Nationalmannschaft.» Irgendwann mochte er sein kritisches Votum nicht mehr weiter würzen und sich lieber einem (wieder) angenehmeren Part seiner Karriere zuwenden. Ottmar Hitzfeld setzt ausnahmslos auf ihn. Im Schweizer Team ist er unverzichtbar. Seine Tore halten das Team auf WM-Kurs. Hier gilt sein Wort und hat Schwergewicht. 37 Tore in 63 Spielen -- kein Schweizer Stürmer der gesamten SFV-Geschichte hat eine bessere Bilanz vorzuweisen.

(Sven Schoch, St. Gallen/Si)

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