Castro sieht langen Kampf gegen die USA
publiziert: Freitag, 2. Jan 2009 / 08:46 Uhr / aktualisiert: Freitag, 2. Jan 2009 / 12:11 Uhr

Santiago de Cuba - Zum 50. Jahrestag der kubanischen Revolution hat Präsident Raúl Castro seine Landsleute auf einen langen Kampf gegen die USA eingeschworen. Washington werde «niemals aufhören, aggressiv und dominant zu sein».

«Vielleicht wird es noch schwieriger»: Raúl Castro.
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Trotz des bevorstehenden Machtwechsels in Washington sei deshalb weiterhin mit schwierigen Beziehungen zwischen Kuba und den USA zu rechnen, sagte der Bruder des Revolutionsführers Fidel Castro am Donnerstag vor rund 3000 Gästen in Santiago de Cuba.

Bisher habe jede US-Regierung versucht, «der Staatsform in Kuba eine Änderung aufzuzwingen». Während der vergangenen 50 Jahre sei jedoch der Widerstand die Grundlage «für jeden unserer Siege» gewesen. Und auch in Zukunft werde Kuba «einen dauerhaften Kampf» gegen die USA führen.

In einem Fernsehinterview hatte Raúl Castro bereits am Mittwoch versichert, dass die Revolution trotz der Wirtschaftsprobleme «kein Misserfolg» gewesen sei. Die Bevölkerung dürfe aber nicht glauben, dass von nun an alles einfach sein werde. «Vielleicht wird es von jetzt an noch schwieriger.»

Embargo seit 46 Jahren

Die Lebensbedingungen in Kuba gelten als sehr hart. Das Durchschnittseinkommen beträgt 20 Dollar pro Monat. 2008 entstand durch drei Hurrikane zudem ein milliardenschwerer Schaden.

Für viele Probleme macht die kubanische Regierung den kapitalistischen Feind im Norden verantwortlich. Die USA führen seit Jahrzehnten einen ideologischen Feldzug gegen die kommunistische Führung. Seit 46 Jahren gilt ein Wirtschaftsembargo gegen die Insel.

Nun setzen allerdings nicht wenige Kubaner darauf, dass ausgerechnet die USA mit zu einem Wandel auf der Karibikinsel beitragen könnten. Der gewählte US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, das Embargo zu lockern und möglicherweise den Dialog mit Kuba aufzunehmen.

Kein Auftritt Fidels

Raúl Castro hielt seine Rede auf dem historischen Balkon des Rathauses von Santiago de Cuba im Südwesten der Insel. Von dort aus hatte sein Bruder am 1. Januar 1959 nach zwei Jahren Kampf gegen die Truppen des Diktators Fulgencio Batista den Sieg der Revolution proklamiert.

In den folgenden Jahrzehnten dominierte der Máximo Líder die Insel, bis er sich im Sommer 2006 aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste. Seither meldete sich Fidel nicht mehr öffentlich zu Wort - auch an diesem runden Geburtstag der Revolution nicht. Er meldete sich lediglich in einem Zeitungsbeitrag zu Wort und gratulierte dem «heldenhaften Volk» zum «Jahrestag des Triumphes».

Keiner der linksgerichteten lateinamerikanischen Staatschefs reiste nach Kuba, um dort zu feiern. Glückwunschschreiben kamen aber vom bolivianischen Präsidenten Evo Morales und dem venezolanischen Staatschef Hugo Chávez.

(ht/sda)

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