Champions League: Nur der Sieger kann die Saison noch retten

publiziert: Dienstag, 14. Mai 2002 / 11:07 Uhr

Glasgow - Kann Rekordsieger Real Madrid am Mittwoch Abend in Glasgow seinen neunten Meistercup-Triumph feiern oder gewinnt der 'ewige Zweite' Bayer Leverkusen ausgerechnet im Champions-League-Final (20.45 Uhr) doch noch seinen ersten Titel in dieser dramatischen Saison?

Die Unterschiede zwischen den beiden Finalisten könnten grösser nicht sein: hier der spanische und europäische Rekordmeister aus der Millionen-Metropole Madrid, der die beiden teuersten Spieler der Welt, Zinedine Zidane und Luis Figo, für gesamthaft 200 Millionen Franken erworben hat -- dort das kleine Werkteam aus der deutschen Industrie-Region, das noch immer dem ersten Landesmeistertitel nachrennt und von seinem Hauptsponsor jährlich mit nur 22 Millionen Franken unterstützt wird.

Die Rollen vor dem Spiel, das vom Schweizer Schiedsrichter Urs Meier geleitet wird, sind jedenfalls klar verteilt. Keiner der beiden Trainer wehrt sich dagegen, dass Leverkusen nur krasser Aussenseiter ist. «Wir wissen, dass wir in diesem Final favorisiert werden», sagt Vicente Del Bosque, und Klaus Toppmöller stimmt dem zu: «Jeder weiss, dass Real Madrid der Favorit ist. Das ist extrem gut für uns.»

Del Bosque vor Entlassung?

Wenn da nur nicht dieser unheimliche Erfolgsdruck auf den beiden Trainern lasten würde. In Madrid wird gar über die Entlassung von Del Bosque spekuliert, wenn er in der Saison des 100-jährigen Bestehens des Klubs auch noch den Titel in der Champions League vergeigt. Nach dem Flop im Cupfinal gegen Deportivo La Coruña und der Niederlage in der Meisterschaft gegen Valencia käme ein Scheitern gegen Leverkusen einer Riesenblamage gleich. Die «Königlichen» würden sich nicht nur zum Gespött von halb Europa machen, sie müssten im August auch noch die Qualifikation für die nächste Champions League bestreiten, weil sie die Meisterschaft hinter Valencia und La Coruña nur auf Platz 3 abschlossen.

«Wenn wir den neunten Europacup der Meister für Real holen, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, erleben wir die Hölle», beschreibt Brasiliens Starverteidiger Roberto Carlos die Stimmung rund um die Mannschaft. Real ist zum Siegen verdammt. Die Spanier könnten das erste Team werden, das die Champions League dreimal gewinnt.

Zidanes Final-Komplex

Finalsiege mit einem Klubteam stellten für Weltmeister Zinedine Zidane bisher ein Ding der Unmöglichkeit dar. Vor sechs Jahren verlor er mit Bordeaux den UEFA-Cup-Final gegen Bayern München; ein Jahr später scheiterte der Franzose mit Juventus Turin in der Champions League an Borussia Dortmund; und 1998 verlor er mit Juventus Turin den Champions-League-Final gegen seinen jetzigen Verein Real Madrid.

Zweimal hat Zidane im Final gegen einen deutschen Gegner verloren -- kein Wunder, ist er sich gegen Leverkusen der Sache nicht ganz sicher, auch wenn er vor dem Spiel abwiegelt: «Leverkusen interessiert nicht, wir müssen unsere Leistung abrufen.» Mit dieser Leistung träumen die Madrilenen davon, den deutschen Gegner wie vor 42 Jahren im gleichen Stadion förmlich zu überrollen: 1960 wurde Eintracht Frankfurt im Glasgower Hampden Park vor 135'000 Zuschauern mit 7:3 vom Platz gefegt.

Unterhaching-Syndrom

Leverkusen Trainer Toppmöller graut vor einem solchen Horrorszenario. Das Nervenkostüm seiner Spieler ist nach den beiden «Final»-Niederlagen in der Meisterschaft und letzten Samstag im Cup anfällig. Ein einziges Gegentor von Schalke hatte die Leverkusener in Berlin bereits aus dem Tritt gebracht und in eine 2:4-Niederlage schlittern lassen. Ein drittes Trauma dürfte die gleichen Symptome hervorrufen wie jenes vor zwei Jahren in Unterhaching, als im letzten Meisterschaftsspiel der langersehnte Titel verloren ging.

Nicht nur in Sachen Meriten, Geld, Spielermaterial und Renommé sind die Spanier den Deutschen weit überlegen. Auch in punkto Absenzen liegen die Nachteile klar bei Leverkusen, das heute Abend auf Abwehrchef Jens Nowotny (Kreuzbandriss) und Ballkünstler Zé Roberto (gesperrt) verzichten muss. Real kann dagegen aus dem Vollen schöpfen.

Voraussichtliche Startaufstellungen

Bayer Leverkusen:
Butt; Sebescen, Lucio, Zivkovic, Placente; Schneider, Ramelow, Ballack, Bastürk, Brdaric; Berbatov.

Real Madrid:
Cesar; Salgado, Hierro, Pavon, Roberto Carlos; Makelele, Helguera; Figo, Zidane, Raul; Morientes.
Schiedsrichter: Urs Meier (Sz).

(René Baumann, Glasgow /sda)

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