Inselstreit
China holt mehr als 3000 Staatsangehörige aus Vietnam zurück
publiziert: Sonntag, 18. Mai 2014 / 13:03 Uhr
Die Verlegung einer chinesischen Tiefseebohrplattform vor die von beiden Ländern beanspruchten Paracel-Inseln haben zu erheblichen Spannungen im Verhältnis beider Länder geführt. (Symbolbild)
Die Verlegung einer chinesischen Tiefseebohrplattform vor die von beiden Ländern beanspruchten Paracel-Inseln haben zu erheblichen Spannungen im Verhältnis beider Länder geführt. (Symbolbild)

Hanoi/Peking - Nach den anti-chinesischen Massenprotesten in Vietnam mit zwei Toten und mehr als hundert Verletzten holt China mehr als 3000 seiner Staatsbürger zurück in die Heimat. Unter ihnen sind 16 lebensgefährlich Verletzte.

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Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Peking gab auch eine Reisewarnung für Vietnam heraus. Die vietnamesische Regierung ordnete eine landesweite Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen an.

Die Verlegung einer chinesischen Tiefseebohrplattform vor die von beiden Ländern beanspruchten Paracel-Inseln haben zu erheblichen Spannungen im Verhältnis beider Länder geführt. In den vergangenen Tagen war es deswegen in 22 von 63 Provinzen in Vietnam zu gewaltsamen Protesten gegen chinesischen Einrichtungen gekommen.

Mehr als 400 Unternehmen in chinesischer Hand oder mit chinesischer Belegschaft wurden attackiert und teilweise niedergebrannt, wie die vietnamesische Regierung am Wochenende mitteilte. Es habe zwei Tote und 140 Verletzte gegeben.

Dem Aufruf von Nichtregierungsorganisationen zu neuen, aber friedlichen Protesten folgten am Sonntag zunächst weniger Menschen, wie AFP-Reporter berichteten.

Fünf Schiffe holen Chinesen ab

Die schwerverletzten Chinesen wurden laut Xinhua mit einem Sonderflug nach Hause gebracht, zudem seien fünf Schiffe unterwegs, um die Landsleute in Vietnam abzuholen. Das chinesische Aussenministerium riet seinen Bürgern ab, in den kommunistischen Nachbarstaat zu reisen, nachdem es dort eine «Gewaltexplosion» gegeben habe.

China und Vietnam streiten seit Jahrzehnten um Inseln im Südchinesischen Meer. In dem Gewässer kommt es deshalb immer wieder zu Zwischenfällen. China beansprucht für sich fast das gesamte Seegebiet, auf dessen Grund grosse Rohstoffvorkommen vermutet werden. Doch auch andere südostasiatische Länder, neben Vietnam vor allem die Philippinen, erheben Ansprüche.

Der Konflikt hatte sich Anfang Mai zugespitzt, als Peking eine Tiefseebohrplattform vor die Paracel-Inselgruppe verlegte. Hanoi schickte Schiffe in die Gegend, die dort nach eigenen Angaben von chinesischen Schiffen angegriffen und gerammt wurden. China warf seinerseits Vietnam vor, seine Schiffe dutzende Male gerammt zu haben.

Schwerste Unruhen seit Jahrzehnten

Die Ölbohrungen provozierten in Vietnam die schwersten anti-chinesischen Unruhen seit Jahrzehnten. Die vietnamesische Regierung reagierte zunächst zurückhaltend, womöglich um ein Signal an Peking zu senden.

Erst am Samstag ordnete Ministerpräsident Nguyen Tan Dung eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen gegen «illegale Demonstrationen» an. Hanoi fürchtet, die Gewalt gegen chinesische Einrichtungen könnte dringend benötigte internationale Investoren abschrecken.

(asu/sda)

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hat mit beinahe allen seinen maritimen Nachbarn ernsthafte Streitigkeiten. Das ist kein Zufall mehr, sondern klare Strategie.
Es geht nur um Ressourcen und die Kontrolle über wichtige Handelswege. China ist auch nicht daran interessiert, diese Streitigkeiten von einem internationalen Gericht beilegen zu lassen. Die offizielle chinesische Politik ist der "Dialog" mit dem betroffenen Land. Allerdings kann kein asiatisches Land, abgesehen von Japan, dem ökonomischen und militärischen Druck Chinas widerstehen.
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