Computer erobern das Wohnzimmer

publiziert: Mittwoch, 30. Mrz 2005 / 18:15 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 30. Mrz 2005 / 20:38 Uhr

Bern - Der herkömmliche Fernseher gehört bald zum alten Eisen. An seine Stelle tritt ein intelligentes Multifunktionsgerät auf der Basis eines Computers.

Verschieden Firmen wollen Computer und Fernseher verschweissen. (Bild: HP Media Center)
Verschieden Firmen wollen Computer und Fernseher verschweissen. (Bild: HP Media Center)
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Ein Trend war an der diesjährigen Ausgabe der Computermesse CeBIT deutlich zu sehen: Der Computer ist aus dem Heimbüro ausgebrochen. Er ist daran, die übrigen Zimmer der Wohnung zu erobern, allen voran das Wohnzimmer.

Die Spielkonsole war dabei nur ein Vorgeplänkel. Jetzt kommen Rechner, die zwar nicht mehr nach Computer aussehen, aber wie ein Computer funktionieren. Die Geräte vereinen Fernseher, Videorecorder, persönliche Programmplanung und Internet auf einem Bildschirm.

Ein Windows fürs Wohnzimmer

Den Anfang hat Microsoft bereits vor einem halben Jahr mit einer neuen Windows-Version gemacht: "Microsoft Windows XP Media Center Edition 2005" heisst das neue Betriebssystem. Es ist nicht separat zu haben, sondern nur in Form eines Media Center Computers.

Das Gerät soll es auf einfache Art und Weise möglich machen, auf einem Gerät Musik zu hören, DVD und Videos abzuspielen, im Internet zu surfen, Fernsehsendungen aufzuzeichnen oder Fotos anzuschauen.

Das Media Center hat zum Beispiel die Funktion eines Personal Video Recorders: Es ist in der Lage, gleichzeitig ein Fernsehprogramm anzuzeigen und ein anderes Programm digital auf die Festplatte aufzuzeichnen.

Elektronischer Programmführer

Ein Herzstück ist dabei der elektronische Programmführer EPG. Das ist eine Art elektronische Programmzeitschrift. Der Benutzer kann in diesem Programm nach Sendungen suchen. Er gibt dafür einen Titel, ein Thema, einen Schauspieler oder einen Regisseur ein.

Das Suchresultat kann er quasi abonnieren: Der Computer ist in der Lage, automatisch immer alle Sendungen aufzuzeichnen, die auf ein Suchkriterium zutreffen. Die Videos werden auf dem PC säuberlich beschriftet abgelegt.

Media Center für die Hosentasche

Wie meistens stellt Microsoft nur die Software-Hälfte des Produktes her. Die Hardware, also das eigentliche Gerät, kommt von PC-Herstellern wie HP, Dell, Sony und Gateway. Die Geräte gibt es nicht nur in Ausführung und Grösse eines Fernsehers, sondern auch als transportables Hosentaschengerät.

Die vorliegende Programmversion ist bereits die dritte Generation des Konzeptes. Bisher waren die Geräte in der Schweiz aber nicht verfügbar. Seit einigen Monaten stehen die ersten Media Centers in den Regalen.

Unterhaltungselektronik macht mit

Microsoft ist nicht die einzige Firma, die Computer und Fernseher verschweissen will. Auch die Unterhaltungsindustrie verbindet Fernsehen und Computer zu neuen Produkten. Im Kern handelt es sich dabei meist um mehr oder weniger intelligente PVR, Personal Video Recorders also.

An der CeBIT waren aber auch neue Anwendungen zu sehen. So experimentiert die Branche mit kleinen Handheld-Geräten, die in der Lage sind, drahtlos Fernseh- oder Videobilder vom Hauptgerät zu beziehen und anzuzeigen.

Die neuen Geräte verarbeiten nicht nur das Fernsehen digital, sondern auch die Musik: Sie spielen digitale Musik in verschiedenen Formaten ab und sind in der Lage, die Musik drahtlos direkt von einem PC in der Wohnung oder direkt aus dem Internet zu beziehen.

Zusatzprogramme entfernen die Werbung

Gar keine Freude an der Weiterentwicklung des Fernsehers hat die Werbebranche. Denn die Intelligenz, die in den neuen Flimmerkisten steckt, macht es immer schwieriger, vorauszusagen, welches Publikum einen Werbespot zu sehen kriegt.

Ganz zu schweigen von Programmen, die in der Lage sind, auf Knopfdruck Werbeblöcke und Stationslogos aus einer Fernsehaufzeichnung zu entfernen. Noch lassen sich solche Programme nur auf Videos anwenden. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sie mehr oder weniger live die Werbung aus dem Fernsehprogramm herausfiltern können.

(Matthias Zehnder/sda)

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Statt mit Tastatur, bedient man das Gerät ausschliesslich per Fernbedienung.
 
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