Grünenthal soll zahlen

Contergan-Opfer fordern Entschädigung

publiziert: Sonntag, 27. Nov 2011 / 16:40 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 11. Sep 2013 / 15:47 Uhr

Berlin - 50 Jahre nach dem Contergan-Skandal fordern Opfer in Deutschland Schmerzensgeld und eine Entschuldigung von der Herstellerfirma Grünenthal. Rund 200 Menschen nahmen am Samstag an einer Demonstration in Berlin teil, bei der eine entsprechende Petition im Bundeskanzleramt abgegeben wurde.

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Das Schlafmittel war am 27. November 1961 vom Markt genommen worden. Tausende schwangere Frauen hatten damals nach Einnahme des als ungefährlich angepriesenen Mittels Kinder mit Fehlbildungen zur Welt gebracht.

Die Protestaktion in Berlin unter dem Motto «5 vor 12» verlief ohne Zwischenfälle, wie die Polizei mitteilte. An der Demonstration nahmen auch Contergan-Geschädigte aus Spanien, Schweden, England und Norwegen teil. Weltweit leben von den rund 5000 Opfern noch schätzungsweise 2800 Betroffene, davon 2400 in Deutschland.

Man fordere eine zivilrechtliche Entschädigung seitens Grünenthal sowie eine Entschuldigung nicht nur der Firma, sondern auch der deutschen Regierung und der Justiz, sagte ein Sprecher des Contergan-Landesverbandes Hessen. Mit allen Beteiligten wolle man auf Augenhöhe diskutieren.

«Unerträgliche Situation»

Der Vorsitzende des Hilfswerks für Contergan-Geschädigte in Hamburg, Gernot Stracke, bezeichnete es als «unerträglich», dass Menschen, die wie er selbst tägliche Hilfe beim An- und Ausziehen, bei der Arbeit oder beim Toilettengang bräuchten, vor den Behörden als «soziale Bittsteller» dastünden.

Dagegen habe das Unternehmen, das den Schaden verursacht habe, bis heute keine Entschädigung nach zivilrechtlichen Massstäben geleistet, sagte er im Deutschlandradio Kultur.

Die Contergan-Renten deckten den tatsächlichen Bedarf vieler Betroffener nicht ab, kritisierte Stracke. Nach seinen Angaben erhalten Geschädigte derzeit eine monatliche Ausgleichszahlung der Conterganstiftung von etwa 300 bis maximal 1127 Euro.

Bis 2008 habe der Höchstbetrag etwa 540 Euro betragen. Erst nach der Ausstrahlung des WDR-Films «Eine einzige Tablette» seien die Zahlungen durch den Bund und Grünenthal erhöht worden.

(dyn/sda)

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