Langer Kampf

Contergan-Opfer werden entschädigt

publiziert: Montag, 2. Dez 2013 / 09:46 Uhr
Contergan konnte man von 1957 bis 1961 rezeptfrei kaufen.
Contergan konnte man von 1957 bis 1961 rezeptfrei kaufen.

Sydney - Nach jahrelangem Kampf erhalten Contergan-Opfer in Australien und Neuseeland eine Entschädigung: Vor dem Obersten Gericht des australischen Bundesstaates Victoria einigten sich die Opfer-Anwälte mit Diageo auf eine Zahlung von 89 Mio. australischen Dollar (73 Mio. Fr.).

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Der britische Konzern Diageo ist Rechtsnachfolger des Unternehmens The Distillers Company, welches das Medikament des deutschen Herstellers Grünenthal in den 1950er Jahren in Australien und Neuseeland vertrieb.

Das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan war von 1957 bis 1961 rezeptfrei verkauft worden. Sein Wirkstoff Thalidomid führte bei bis zu 20'000 Kindern weltweit zu dauerhaften Schädigungen wie schwerwiegenden Fehlbildungen an den Gliedmassen.

Monica McGhie etwa wurde ohne Arme und Beine geboren. «Mein Leben ist ein Kampf, seit 50 Jahren», sagte sie. Die Entschädigung werde nichts an ihrem Leidensweg ändern. «Aber ich kann wieder mit mehr Zuversicht in die Zukunft schauen, weil ich weiss, dass ich die finanziellen Mittel für die Pflege habe, die ich brauche.»

Mit der Einigung mit Diageo wollen die Opferanwälte Grünenthal nicht länger auf Entschädigung verklagen, wie sie ankündigten. Der Diageo-Chef Ian Wright nannte den am Montag vor Gericht gefundenen Kompromiss «fair und gerecht» für alle Beteiligten.

Grünenthal in Spanien verurteilt

Erst vor wenigen Tagen hatte ein spanisches Gericht Grünenthal in erster Instanz verurteilt, Contergan-Opfern in Spanien Entschädigung zu zahlen. Sie sollen 20'000 Euro Schadenersatz je Prozentpunkt des offiziell anerkannten Behinderungsgrads erhalten. Eine Gesamtsumme ist noch nicht bekannt.

Nach Angaben des spanischen Opferverbands Avite wurden bis zu 3000 Menschen in Spanien durch Thalidomid geschädigt. Viele sind bereits gestorben. Avite hatte in dem Prozess insgesamt 204 Mio. Euro für die noch lebenden Opfer gefordert. Grünenthal prüft derzeit, ob es Berufung einlegt.

(bg/sda)

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