Schiffsunglück

«Costa Concordia» erreicht Genua - Bergung geglückt

publiziert: Sonntag, 27. Jul 2014 / 09:17 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 27. Jul 2014 / 19:06 Uhr
Im Laufe des Sonntags sollte die «Costa Concordia» vorsichtig an ihren Platz im Hafen navigiert werden.
Im Laufe des Sonntags sollte die «Costa Concordia» vorsichtig an ihren Platz im Hafen navigiert werden.

Genua - Gut zweieinhalb Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» ist die beispiellose Bergung des Wracks geschafft. Der Kreuzfahrtriese erreichte seinen Abwrackhafen Genua, wo er in einem mehrstündigen Manöver an den Anlegeplatz navigiert wurde.

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"Es ist der Moment der Dankbarkeit an das gesamte Team", sagte der italienische Regierungschef Matteo Renzi, der die Ankunft des 290 Meter langen Schiffes mit Hunderten Zuschauern in Genua verfolgte. Dort soll der frühere Luxusliner, dessen Havarie 32 Menschen das Leben gekostet hatte, in den kommenden zwei Jahren verschrottet werden. Am Ende soll das alles mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten.

Nach einer viertägigen Reise vom Unglücksort vor der Mittelmeerinsel Giglio an der toskanischen Küste erreichte die "Costa Concordia" mit ihren Schleppern und Begleitschiffen am frühen Morgen die ligurische Hafenstadt. Mehrere Lotsen und acht Schlepper übernahmen das Schiff, um es vorsichtig an seinen Platz im Containerterminal von Genua zu bringen.

"Es ist, wie einen Lastwagen mit angezogenen Bremsen zu manövrieren - man braucht sehr viel Kraft und Vorsicht", erklärte Giovanni Calvelli von der Küstenwache Genua. Die Schiffe im Hafen begrüssten den Kreuzfahrtkoloss nach seiner Ankunft mit lautem Tuten.

Beim Schiffsunglück waren am 13. Januar 2012 insgesamt 32 Menschen um Leben gekommen. An Bord befanden sich 4200 Passagiere. Darunter waren auch auch 69 Schweizerinnen und Schweizer.

Noch immer ein Vermisster

Ein Opfer des Unglücks wird noch immer vermisst; nach ihm soll bei den Abwrackarbeiten im Innern des Schiffs nun noch einmal gesucht werden. Unglückskapitän Francesco Schettino muss sich seit vergangenem Juli unter anderem wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten.

"Das Projekt, das wir vor zwei Jahren begonnen haben, hat seinen würdigen Abschluss bekommen", lobte Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli, nachdem die gut 350 Kilometer lange letzte Reise der "Costa Concordia" durch das Mittelmeer sowie die Einfahrt in den Hafen problemlos geklappt hatten.

"Die aussergewöhnliche Qualität vieler Menschen hat das Schiff nach einem Fehler eines Einzelnen hierher gebracht", erklärte auch Premier Renzi. "Aber man kann nicht glücklich sein, wenn etwas endet, das 33 Menschen das Leben gekostet hat."

Zwei Jahre fürs Verschrotten

Morgen (Montag) soll dann mit dem Verschrotten des Schiffs begonnen werden. Die Aktion dauert fast zwei Jahre, etwa 1000 Arbeiter sollen beteiligt sein. Rund 80 Prozent der Materialien des früheren Luxusschiffs sollen recycelt werden.

Zunächst werden die Einrichtung und lose Gegenstände aus dem Schiff entfernt; diese erste Phase soll mehrere Monate dauern. Danach wird die "Costa Concordia" nochmals innerhalb des Hafens verschoben und Stück für Stück zerteilt.

(asu/sda)

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